Humanes Energiesparen

Humanes Energiesparen

Fakeargumente und was wirklich dahinter steckt.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geht in diesem Jahr an Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young. Die US-Wissenschaftler werden für ihre Entdeckungen molekularer Mechanismen, die den Biorhythmus steuern, ausgezeichnet. Die Wissenschaftler haben "in das Innere unserer biologischen Uhr gespäht und deren Funktionsweise ausgeleuchtet. Ihre Ent- deckungen erklären, wie Pflanzen, Tiere und Menschen sich an biologische Rhythmen anpassen und so synchron zur Erdrotation leben", erklärt das Nobelpreis-Komitee.

Dies ist ein weiterer Schritt zur Anerkennung und Bestätigung der Bedeutung des Lichts. Und erneut sind es die LEDs und die Möglichkeiten der Steuerung, die der Lichtdesignbranche in die Karten spielen und einen weiteren Schub geben können. Human Centric Lighting wird wohl wieder im Fokus stehen und unserer Industrie Rückenwind geben.

Doch erneut muss man betonen, dass nicht allein die Industrie und ihr Angebot zu dem gewünschten Erfolg führt und dass nur ausgebildete Lichtdesigner, die auch entsprechende Anerkennung erlangt haben, von entscheidender Bedeutung sind. Zu komplex und zu variantenreich ist Lichtdesign, dass HCL- Leuchten ausreichen, um zu erzielen, was Wissenschaftler in ihrer Forschung empfehlen. Forschung, Ausbildung und Weiterbildung für die Planung ist insofern ein unbedingtes Muss und keine Frage der Möglichkeit. Wir wissen mittlerweile, dass die Einführung der LED in der Summe nicht dazu geführt hat, dass wir Energie einsparen und in der Konsequenz das Volumen an Treibhausgasen reduziert hat. Es hat im Gegenteil dazu geführt, dass wir mehr Beleuchtung einsetzen und die entstandenen Einsparungen an andere Stelle wieder eingesetzt werden. Sicher, man kann das auch anders sehen. Die Einsparungen der LED hat es uns ermöglicht, mehr besseres Licht in unser Lebensumfeld zu integrieren. Das allerdings kann keine Allgemeinaussage sein. Denn der Einsatz der kaltweißen energiesparenden LED hat keineswegs zu besserem Licht geführt. Es hat sicherlich zu hellerem Licht geführt, was Weltraumaufnahmen von Mailand und anderen Städten beweisen.

Wenn man nun nach den Gründen fragt, wird man ausnahmslos zu dem Schluss kommen, dass mangelnde Ausbildung von Lichtplanern, Architekten und auch Bauherren zu diesem Irrweg geführt hat. Und auch die Industrie hat niemanden aufgehalten oder im Sinne der Menschen informiert, wenn jemand um energiesparende kaltweiße LEDs für die Straßenbeleuchtung gebeten hat.

Irgendwas also läuft falsch in unserer Branche. Vielleicht tut uns ein wenig Ehrlichkeit und allumfassende Aufklärung gut und eine konzertierte Aktion für den ausgebildeten Lichtexperten, die endlich den Menschen und die Umwelt im Fokus hat.