Planungsbeteiligte:

Auftraggeber: ROM Eiendom AS
Architektur: Mellbye Arkitektur Interiør AS
Innenarchitektur: Mellbye Arkitektur Interiør AS
Ingenieurbüro: ÅF Lighting
Lichtplanung: ÅF Lighting

Verwendete Produkte:
iGuzzini, Osram, Skanlux, Zumtobel, Elektrik Solutions, Kreativ Plast, Glamox, Erco, Fagerhult, Luminator, XAL, Artemide, Bega

12. Apr 2017

Der renovierte Hauptbahnhof in Oslo/NO bietet dem Reisenden einen Mehrwert an städtischem Erlebnisraum.

Text: Joachim Ritter
Photos: Tomasz Majewski


Bahnhöfe sind weltweit für ihre Präsenz im städtischen Raum bekannt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist unsere Gesellschaft Zeuge der Entwicklung einiger mächtiger und zum Teil majestätischer Gebäude, welche dem Zweck dienen, den Reisenden Zugang zur Mobilität zu geben. Sie sind zu Statussymbolen für die Eisenbahngesellschaften sowie der Städte selbst geworden. Und heute? Die Statistik zeigt, dass heute mehr Menschen denn je mit der Bahn reisen. Die Tendenz ist steigend. Viele bevorzugen das Zugfahren, nicht alleine reisen zu müssen, Zeit zum Lesen zu haben oder sich auf den Tag vorzubereiten. Und in den Bahnhöfen selber geht es nicht mehr nur um das Ein- und Aussteigen aus Zügen. Man verbringt freiwillig Zeit am Bahnhof, trifft Kollegen oder Freunde, geht in Cafés oder Esslokale, bucht Reisen, geht selbst sonntags shoppen … Einkaufen? Aber ja. Bahnhöfe werden langsam aber sicher auch zu Einkaufszentren. Noch ein Grund für gute Beleuchtung…

Ein gutes Jahr ist vergangen seit der Neueröffnung von Ø – Ø ist die neue Bezeichnung des Hauptbahnhofs Oslos. Der ganze Name lautet Østbanehallen. Es wurden in den letzten Monaten vor der Eröffnung größere Renovierungen vorgenommen und in der Bahnhofshalle, in dem zentral gelegenen Gebäude, werden nun Restaurants, Cafés und Einkaufsläden untergebracht. Ø liegt am Ende der Karl Johans Gate, der Haupteinkaufsstraße, und ist so zum natürlichen Treffpunkt für viele Bürger Oslos geworden. Im Bahnhof befinden sich viele verschiedene Shops und Outlet-Stores – und die sind nicht nur als kurzlebige Beschäftigung für die Menschen gedacht, die auf Zugverbindungen warten. Lebensmittelgeschäfte, Blumenläden, Bäckereien, eine Sushi-Bar, eine Eisdiele … und einige der Cafés und Bars sind mit Ledersofas und gemütliche Sesseln ausgestattet. Ein öffentlicher Raum in der Tat, darauf ausgerichtet, eine gewisse Kundschaft anzuziehen und eine sowohl funktionale als auch coole Atmosphäre zu fördern.

Es ist klar, dass dieses eine moderne Interpretation eines Bahnhofs ist. Ein öffentlicher Ort, ein Treffpunkt und eben nicht mehr nur ein Tor zur Welt. Eher ein Raum für Tagträume, die in unserer Zeit neben den Bildern von Reisen ja so sehr von „Einkaufserlebnissen“ einerseits, wie auch von sozialen Kontakten andererseits geprägt ist. Doch wollen wir den Gedanken des Tors zu anderen Welten – sei es Reisen oder Shoppen – noch im Hinterkopf behalten. Gedanklich also ist ein Bahnhof ein Ort des Gegensatzes. Einerseits wollen wir von dort verreisen.Andererseits soll dieser Ort im modernen Verständnis auch zum Verweilen einladen. Nun ja. Vielleicht lässt sich dieser Gegensatz auch von etwas anderer Seite betrachten. Wenn ich als Reisender in einen Bahnhof eintreffe und schon an diesem Ort die Freundlichkeit der örtlichen Menschen erkenne, so wird der Bahnhof eben schon hier zum städtischen Raum. Er ist kein architektonisches Symbol der Stadt, sondern insbesondere ein soziales Statement. Das sollte Grund genug sein, den Bahnhof zu gestalten und wer mag, kann dies Human Centric Lighting nennen, obgleich ich weiß, dass im Verständnis vieler dies nicht passt und lediglich von Lichtfarben definiert wird. Zu Unrecht übrigens.


Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 104 sowie in unserer PLD magazine App (iPad App Store).


 

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