Kommentar: Wer’s glaubt…

08. Mai 2017

HCL schon wieder

Von Joachim Ritter

Ich gebe mir wirklich gröööößte Mühe wegzuhören, wenn wieder einmal der Begriff Human Centric Lighting in Verbindung mit Lichtdesign genannt wird. Dummerweise jedoch werden wieder und wieder Designpreise in Verbindung mit HCL vergeben, und es gebietet meine Überzeugung als Journalist, sich jeder Information zunächst zu öffnen. Doch nach erstem Studium der Information komme ich zum Schluss: Kaum jemand hat verstanden, was der Unterschied zwischen Licht und Leuchten ist und konsequenterweise zwischen Lichtqualität und Leuchtenqualität.

Als strategisches Konzept wurde der Begriff Human Centric Lighting geschaffen, um europäische Lichtanbieter von asiatischer abzugrenzen. Das Ziel war es, mit diesem Begriff Qualität der Lichtplanung neu zu definieren. Doch viele Leuchtenhersteller nehmen dieses komplexe Thema und simplifizieren diese in ein Leuchtenangebot. Das können fernöstliche Anbieter von Leuchten auch und zwar im gleichen Maße wie Europäer.

Diesen Gedanken hatten wir doch schon mal! Der Begriff „Made in Germany“ wurde ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts als Schutz vor billiger und minderwertiger Importware in Großbritannien eingeführt. Dummerweise hat die deutsche Industrie seinerzeit die Qualität massiv zum Kern der Produktentwicklung definiert, deshalb gilt die Bezeichnung heute in den Augen vieler Käufer als Gütesiegel. Das kann mit asiatischen Produktentwicklungen durchaus wieder passieren…
Davon mal abgesehen: Wann endlich lernen Hersteller und Kunden, dass Lichtdesign nicht gleich Leuchtendesign ist und dass selbst gute Leuchten keinen Sinn machen, wenn sie falsch eingeplant wurden. Human Centric Lighting als zentralen Parameter einer Leuchte zu verkaufen ist ganz einfach kurzsichtig gedacht. (Anmerkung des Autors: An dieser Stelle hatte ich ursprünglich „dumm“ geschrieben. Aber vielleicht ist das ein wenig übertrieben…). Keine Leuchte kann die Komplexität bieten, die uns die Natur in Millionen von Jahren vorgibt. Man muss schon sehr gläubig oder zumindest überzeugt von seinen Produkten sein, um dieses anzunehmen. Biodynamisches Licht ist nicht einfach umzusetzen. Keine Steuerung hat die Intelligenz, die ein Mensch mitbringt, um mit Licht zu gestalten.

Andererseits: Es gibt genügend Lemminge, die dieses gerne so glauben möchten… Ich empfehle: Vergessen Sie es. Kein gutes Design ohne einen guten und ausgebildeten Planer, der die Möglichkeiten der Technik evaluieren kann. Es gibt keine einfache Lösung. Es gibt kein Plug and Play.

Punkt.

Presseinfomartion: Biodynamisches Licht ganz einfach umgesetzt

Biologisch wirksame Lichtlösungen sind in aller Munde, doch die Umsetzung ist häufig kompliziert. Die HCL-GmbH (Der Name wurde von der Redaktion geändert!) stellt auf der eltefa in Halle 7, Stand 7C12 vor, wie eine biodynamische Beleuchtung mit der Steuerung PULSE NET auch in Raumleuchten außergewöhnlich einfach umgesetzt werden kann.

Plug & Light
Die natürliche Lichtwirkung des HCL-GmbH Lichtmanagement-Systems Impulse HCL für eine biodynamische Beleuchtung kann dank der externen Steuerung Impulse HCL ohne großen Aufwand in Kombination mit Raumleuchten wie der neuen Licht-Familie von HCL GmbH genutzt werden. Bei der Installation wird die autarke DALI-Echtzeitsteuerung Impulse HCL gebäudeseitig montiert. Sie liefert für mehrere Leuchten Informationen zu Lichtniveau und Lichtfarbe. Diese sind auf einer SD-Karte hinterlegt. Durch die intelligente Steuerung ist gewährleistet, dass bei mehreren Leuchten im direkten und indirekten Lichtanteil Lichtfarbe und Helligkeit synchron arbeiten. Ein Einlesen der einzelnen Leuchten sowie das Hinterlegen von Zeitplänen und Gruppen sind nicht erforderlich.

Wer’s glaubt….

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