29. Feb 2016

Ausbilder tauschten sich zur PLDC 2015 in Rom aus

Das Treffen bot allen an der akademischen und professionellen Weiterbildung Beteiligten die Gelegenheit, sich über den Stand der Dinge auf der Bildungslandschaft zu informieren. Chris Procter, Dozent an der Business School der University of Salford/GB, informierte zum Thema „Blended Learning“.

Aktuell gibt es weltweit eine zunehmende Zahl von Hochschulen, die Bachelor- und Master-Studiengänge im Bereich Lichtdesign anbieten. Zudem gibt es weitere Hochschulen, in denen Lernmodule zum Thema Lichtplanung als Teil eines Architekturstudiums oder Innenarchitekturstudiums unterrichtet werden. Vereinzelt haben Hochschulen ihre Studiengänge im Fachbereich Theater- und Eventbeleuchtung erweitert und um den Fachbereich Architekturbeleuchtung ergänzt. Gastredner Chris Procter arbeitet seit langem mit Interesse an der Konzeptionierung und Realisierungvon effektiven Weiterbildungsprogrammen. In der Vergangenheit wurde vermutet, dass die Stärken des Online-Lernens den Präsenzunterrichts ersetzen könnten. Das Web hat bereits massive Auswirkungen auf das Lernverhalten. Beispielsweise sind ein Drittel der Studenten in den USA Fernstudenten. Chris setzte sich immer mehr mit dem Konzept von Blended Learning auseinander und kann mittlerweile sagen, dass die Gestaltung eines Live-Erlebnisses wichtiger ist denn je. Es geht um eine Lernerfahrung, die es ermöglicht, dass Menschen andere Menschen begegnen und über die praktischen Anwendungen des gelernten Stoffs reflektieren. Der Begriff „Blended Learning” ist unzureichend definiert. Laut Chris Procter: „Blended Learning” ist die effektive Kombination von unterschiedlichen Formen der Übermittlung, unterschiedlichen Unterrichtsmodellen und individuellen Formen des Lernens“. Die Aufgabe oder Verantwortung des Ausbilders liegtdarin, die unterschiedlichen Lernkonzepte und Lernansätze zusammenzustellen und kombinieren, um die Lernqualität zu erhöhen. Die Methodologie kann auf der Lernerfahrung im Klassenraum, über Mobilgeräte und Online beruhen. Die Wichtigkeit des Live-Erlebnisses sollte und darf nicht ignoriert werden. Die Lehrmethodik unterliegt einem Wandel: Der traditioneller Ansatz – ich rede, du hörst zu/ lernst/wiederholst – wird zu einem konstruktiven Ansatz, der auf den Erfahrungen der Erlebnispädagogikbasiert. In diesem Zusammenhang sprach er von dem Konzept des „umgekehrten Unterrichts”, wobei man „mehr von den Mitstudierenden als vom Lehrer lernt – der Ausbilder ist lediglich der Architekt des Lehrplans“.

„Blended Learning” ist nicht einfach eine bunte Mischung von Lernerfahrungen (wie eine Tüte trockener Zutaten für Penne Pomodoro) sondern die effektive Kombination dergleichen (wie die perfekte Tomatensoße!). Blended learningbezeichnet die Lernform, bei der die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning kombiniert werden, um die Motivation und Leistung der Studenten zu unterstützen. Malcolm Innes und weitere Teilnehmer des Think/Do Tanks zum Thema Weiterbildung und Beruf, die anwesend waren, berichteten über die bis dato geleistete Arbeit. Zielsetzung ist eine Strategie zu entwickeln, um durch die Einführung eines Zulassungsverfahrens die offizielle Anerkennung des Berufs Lichtdesign auf EU-Ebene zu finden. Die Weiterbildung spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Anlässlich der PLDC 2007 in London wurde eine Erklärung veröffentlicht und von den Anwesenden zugestimmt, die den Prozess zur Anerkennung des Berufs einleitete. Die neue Initiative (Think/Do Tank) wird von einer Gruppe von aktiven Lichtdesignern, Ausbildern und Lichtaktivisten vorangetrieben. Zu den Aufgaben und Zielen des Think/Do Tanks gehören die Definition eines Kerncurriculums und die Schaffung eines Rahmens für eine CPD-Struktur (Fortbildungsprogramm für anerkannte Professionelle), die es den Hochschulen ermöglicht, diese anzuerkennen. Es sollen Ausbilder und Fachleute aus verschiedenen Bereichen mit eingebunden werden: Architekten, Designer, Lichttechniker und Mediziner. Es macht jetzt Sinn, die Kommunikation unter den Hochschulen/Lerninstituten zu verbessern, um dem Prozess zur Anerkennung des Berufs beizutragen. Die Ausbildung bildet die Grundlage für den Einstieg ins Berufsleben. Koordinierte und anerkannte Lernergebnisse, sowie erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten, sind Belege dafür, dass die Fachdisziplin existiert. Ein Hochschulabschluss ist der erste Schritt zu einer beruflichen Laufbahn und ein gut durchdachtes Fortbildungsprogramm ermöglicht strukturiertes lebenslanges Lernen.

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