13. Sep 2017

Die Installation „Lumen“ von Jenny Sabin in New York City/US.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Pablo Enriquez


Optisch könnte die neue Installation Jenny Sabins an einen magischen und dichten Mangrovenwald erinnern. Das Gebilde ist farbgewaltig, wenn auch imitiert, bietet beeindruckende Lichtszenen, befindet sich im ständigen Wandel – auch abhängig von den Bewegungen der flexiblen Komponenten sowie dem Stand der Sonne, verfügt über ein eigenes kleines Klima und ist schlicht atmosphärisch so wie es ist.

Das Netz, welches die Künstlerin aus fast 1000 Kilometern recyceltem Textilmaterial für ein Programm des Museum of Modern Art (MoMA) entworfen hat, bildet die dichte, zusammengewachsene Blätterdecke des künstlichen Waldes. Viele kurze abhängende Stränge wirken wie große Blütentrichter und im Boden verankerte Säulen sind die standhaften Baumstämme. „Lumen“ ist ein maschinell gewebtes Kunstwerk aus solarfähigem Faserstoff, der tagsüber auf das UV-Licht der Sonne reagiert und seine Farbe wechselt, sowie aus langnachleuchtendem Faserstoff, der Licht auftankt, um es in der Dämmerung wieder abzugeben. Letzteres funktioniert im Einklang mit den zusätzlich, innerhalb der Installation platzierten 18 RGBAW+UV LEDs, die ebenso für die leuchtend-lebendige und dynamische Atmosphäre verantwortlich sind. Die LEDs illuminieren zum einen konkret die drei „Baumstämme“ in einer Farbe und nutzen zum anderen eine weitere, um die gesamte Tiefenstruktur, den Aufbau und die Oberfläche zu unterstreichen. Die Lichtdesigner von Focus Lighting entwarfen zudem eine abspielbare Lichtsequenz aus UV-Licht, amberfarbenen und blauen LEDs – aufgeteilt auf die verschiedenen „Wald“-Elemente der Installation.

„Lumen“ zeigt mit den Materialien und deren Eigenschaften außergewöhnliche Möglichkeiten. Es entstand eine wundersame, doch erlebbare, sehr dynamische und vernetzte Interaktion zwischen solaraktiven und nachleuchtenden Textilien, Sonnenlicht, künstlichem LED-Licht, Farben, Haptik sowie Strukturen. Alle zu sehenden Farben bei Tag werden rein durch die Sonne generiert. Bei Nacht klingt dieser Wirkung noch nach, doch übernehmen dann die künstlichen Lichtquellen, um die enge Bindung mit dem Material einzugehen. Ein Besuch ist noch bis Anfang September möglich – je nach Tageszeit artet dieser in einer immer anderen Erfahrung aus, weil sich „Lumen“ so reaktiv verhält.


Architektur: Jenny Sabin und Team
Lichtgestaltung: Focus Lighting – Juan Pablo Lira, Hilary Manners, Brian Fortin


Verwendete Produkte: Elation SIXPAR 200IP


www.jennysabin.com


 

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