Kolumne: Urlaub und Vitamin D

18. Jul 2016

Sicheres Bräunen – nicht nur für Lichtdesigner /

Erhöhen Sie ihre Vitamin-D-Werte im Urlaub

Text: Dr. Karolina M. Zielinska-Dabkowska

Haben Sie Ihren Sommerurlaub schon gebucht und Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor gekauft? Neueste Erkenntnisse im medizinischen Fachbereich zeigen, dass wir die allgemein gültige Angst vor der Sonneneinwirkung sowie vor dem Zusammenhang mit der Karzinogenese (Krebsentstehung) auf jeden Fall neu interpretieren müssen. Es gibt klare Anzeichen dafür, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel die Ursache für einige unheilbare Krankheiten sein kann und zu einem schlechten Gesundheitszustand beitragen kann. Lesen Sie in diesem kurzen Überblick, wie Sie Ihre Vitamin-D-Werte im Urlaub ganz natürlich erhöhen können.

Freunde im Urlaub am Strand

Trägt man Breitbandsonnenschutzmittel auf den ganzen Körper, wird die UVB-Strahlung blockiert und es wird kein Vitamin D in der Haut produziert. Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 30 reduziert die Produktion von Vitamin D um mehr als 95 Prozent. Photo: Kzenon/Fotolia

 

• Bitten Sie Ihren Arzt um einen Bluttest, um Ihre 25(OH)D-Werte zu untersuchen, bevor Sie in den Urlaub fahren. Im März werden typischerweise die niedrigsten und im August/September die höchsten Werte gemessen.

• Vergleichen Sie Ihre Werte mit denen im Link zum Vitamin-D-Kalkulator. (Der Vitamin-D-Kalkulator ist ein nützliches und anwenderfreundliches Tool zur Berechnung der eigenen Vitamin-D-Werte. Kostenlos herunterladen unter: http://vitamind3-cholecalciferol.com/how-to-estimate-your-vitamin-d-level)

• Prüfen Sie, wo Sie sich geografisch befinden (Breitengrad) und wie hoch die Chancen sind, Vitamin D von der Sonne zu erhalten, da es zwei bis drei Mal länger im Blut erhalten bleibt.

• Prüfen Sie, welchen Hauttyp Sie haben und entscheiden Sie nach Jahres- oder Tageszeit, wann Sie sich am besten sonnen können.

• Lassen Sie Sonnenlicht auf Ihre Haut ohne vorher Sonnenschutzmittel aufgetragen zu haben; am besten in der Mittagszeit (11.00 bis 13.00 Uhr) sowie im Spätfrühling/Sommer/Frühherbst. So erzielen Sie die besten Ergebnisse, können die erforderliche Zeitdauer zur Vitamin-D-Produktion reduzieren und so auch die Menge an UVA-Strahlung auf Ihrer Haut minimieren.

• Mittags ist die Entfernung, welche die UVB-Strahlen zurücklegen müssen, um in die Erdatmosphäre zu gelangen, am kürzesten (UVB-Strahlen sind erforderlich für die Vitamin-D-Synthese in der Haut). (siehe Abbildung)

Fig.2

Mittags, wenn die Sonne den Tageshöchststand erreicht, ist die Entfernung, welche die UVB-Strahlen zurücklegen müssen, um in die Erdatmosphäre zu gelangen, am kürzesten; eine kürzere Zeit in der Sonne kann sogar schnellere Ergebnisse und mehr Vitamin D erzielen. Copyright: V. Labancova

 

• Um einen höheren Vitamin-D-Spiegel zu erzielen, sollte Ihr Schatten kürzer sein als Ihre Körperlänge. (siehe Abbildung)

Fig.3

Diese Abbildung erklärt die Beziehung zwischen dem Azimutwinkel der Sonne und den UVB-Strahlen, wie sie die Erdatmosphäre durchdringen. Um adäquate Vitamin-D-Werte zu produzieren, müsste der Azimut der Sonne α 45 Grad < α <90 Grad sein. Sollte Ihr Schatten an einem sonnigen Tag länger sein als Sie selbst, produzieren Sie kein Vitamin D. Copyright: Dr. Karolina M. Zielinska and V Labancova

 

• Riskieren Sie nicht, sich einen Sonnenbrand zu holen, weil das zu Hautkrebs, Hautfalten und frühzeitigem Altern führen kann.

• Je mehr Hautfläche Sie dem Sonnenlicht aussetzen, desto mehr und schneller können Sie Vitamin D produzieren. Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie mindestens 40 Prozent der Körperfläche der Sonne aussetzen. Denken Sie daran, dass die Haut die UVB-Strahlung des Sonnenlichts nutzt, um die Vitamin-D-Produktion auszulösen. Es ist in der Tat ein Vorprodukt von Cholesterin (Provitamin D), das die UV-Strahlung absorbiert, was wiederum in Previtamin D3 und dann allmählich in Vitamin D3 in der erwärmten Haut umgewandelt wird. Vitamin-D wird im Fettgewebe metabolisiert. Ziehen Sie sich entsprechen an – oder aus!

• Wenn Sie sich nach dem Sonnen weiterhin draußen aufhalten möchten, tragen Sie ein möglichst natürliches Sonnenschutzmittel mit einem hohen SPF-Faktor auf die Haut auf und ziehen Sie sich leicht an. Sie können sich auch im Schatten aufhalten.

• Vermeiden Sie die Nutzung von Seife und Duschgel direkt nach dem Sonnen (warten Sie lieber 30 bis 60 Minuten oder länger), da die Seife den Prozess in der Haut eventuell stören könnte. Die Vitamin-D-Produktion dauert 24 Stunden. Sand kann man mit Wasser abwaschen.

• Wenn Sie sich sonnen, setzen Sie einen Hut auf oder schützen Sie ihr Gesicht mit Sonnencreme. Das Gesicht ist die sonnenempfindlichste Hautpartie und altert leicht, wenn es nicht adäquat geschützt wird. Die Haut im Gesicht produziert sehr wenig Vitamin D.

• Nutzen Sie keine Sonnenbänke, da es schwer ist, die UVB- und UVA-Werte wirklich zu steuern. Zudem kann es sein, dass Sie vom Elektrosmog von den Vorschaltgeräten für die Leuchtstofflampen im Bräunungsapparat negativ beeinflusst werden.

Also dann: Schönen Urlaub!

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