Projektbeteiligte:


Auftraggeber: Stadt Neapel/I
Architekt: Oscar Tusquets Blanca
Projektleitung: Giovanni Fassanaro
Lichtdesign: AIA
Künstler: William Kentridge, Bob Wilson, Achille Cevoli

20. Sep 2013

Tiefgründig

Der U-Bahnhof Toledo und Piazza Diaz in Neapel/I

Text: Joachim Ritter
Photos: Andrea Resmini

Inspiration ist ein bemerkenswertes Phänomen, ein Wunder, das ein Der-Groschen-ist-gefallen-Gefühl erweckt. Sie kann zu einer Welle der Kreativität führen, ein Raison d’être, die plötzliche Einsicht, dass das Leben einen Sinn hat – oder im Falle des Architekten Oscar Tusquets Blanca, als er die ersten Bauarbeiten für den U-Bahnhof Toledo betrachtete – ein razón de ser, eine Daseinsberechtigung.

Bei der ersten Projektbesichtigung hat der Architekt erkannt, dass große strukturelle Modifikationen möglich waren. Beeindruckt war er aber auch von der “piraneschen Größe der Riesenbaugrube”, wie er es beschrieben hat. Das Loch hatte eine Tiefe von über 40 Metern. Darüber stand ein gigantischer Kran, der tonnenweise vulkanische Sedimente aus der Erde um Neapel aushob. Er wurde informiert, dass die Grube durch eine Reihe Zwischenböden abgedeckt wird. Das war der Zeitpunkt, wo die Inspiration ins Spiel kam. Obwohl viel Raum benötigt wurde, um das Lüftungssystem sowie die Be- und Ablüftungskanäle zu integrieren, schlug er vor, den Krater nicht komplett abzudecken. Die unterirdischen Räume erinnerten ihn an die Champagne-Keller in Épernay/F, die in Kalkgruben eingebaut wurden, die ursprünglich von den Römern ausgegraben wurden. Er nahm Kontakt zu den Bauingenieuren vor Ort auf und beschrieb die Keller als weiße kathedralenähnliche Kegel, die durch eine kleine Eröffnung im Vertex beleuchtet wurden. Die Bauingenieure reagierten begeistert und berichteten von den vielen beeindruckenden römischen Minen in Neapel. Dann wurde alles klar.
Oscar Tusquets Blanca: “Was für eine magische Idee: Reisende die aus den Zügen steigen können wahrhaftig ergreifen, in welcher Tiefe sie sich befinden und das Sonnenlicht von ganz oben erblicken; und die Menschen, die über den Piazza Diaz schlendern, können sich über die Brüstung lehnen und die U-Bahnpassagiere 37 Meter unter der Erde (rund 12 Stockwerke) beobachten. Ein überraschendes und zugleich Schwindel erregendes Gefühl.” […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 89.
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