24. Jan 2014

Alles in einem Container
U-Bahnhof „HafenCity Universität“ in Hamburg/D

Text: Sonja Kiekens, Moritz Gieselmann
Photos: Markus Tollhopf

Authentisches Lichtdesign statt Normerfüllung, dezentes Spiel von Farbreflexen auf der Wand statt Werbeplakaten: Das ist die Station „Universität“ der U-Bahn U4 in Hamburg. Ein überzeugender Entwurf, kluge Planung und meisterhafte Umsetzung transformieren ein Verkehrsbauwerk in eine begehbare Lichtskulptur.

Anfang der 1990er Jahre erkannten die Hamburger Stadtväter, welche Chance ihrer Stadt durch den Fall des Eisernen Vorhangs mitten durch Europa geboten wurde: Aus der Lage am Ostrand der westlichen Welt könnte sie zu einer Metropole im Herzen eines wieder zusammenwachsenden Kontinents werden. Die innerstädtischen Hafenteile waren für den modernen Schiffsverkehr, derzu über 90 Prozent mit Containern abgewickelt wird, nicht mehr geeignet. Südlich der Elbe wurde der Containerterminal Altenwerder errichtet. Die alten, nun nicht mehr benötigten Hafenflächen, direkt am Wasser, nahe bei der Innenstadt, boten die Möglichkeit, einen komplett neuen Stadtteil zu errichten. Nach einem städtebaulichen Ideenwettbewerb wurde im Jahr 2000 der Masterplan verabschiedet. Bereits in diesem wurde das Ziel formuliert, die Hafencity für einen ökonomischen, sozialen und kulturellen Aufbruch zu nutzen. Der neue Stadtteil sollte zu einem Modell für europäische Innenstädte des 21. Jahrhunderts werden, auch in der Planung der Mobilität: Die Hafencity wird durch fünf Kilometer Straße erschlossen, daneben gibt es zehn Kilometer Fußwege, nur ein Drittel davon direkt an den Straßen. Entscheidend war die Anbindung des neuen Stadtteils mit dem öffentlichen Nahverkehr: Neben einer neuen Buslinie und einer geplanten neuen S-Bahn Haltestelle ist es vor allem die neue U-Bahn Linie U4, die die Hafencity direkt mit dem Jungfernstieg und Hauptbahnhof verbindet. Im Endausbau wird die U4 täglich 35.000 Fahrgäste transportieren. Das Quartier „Baakenhafen“, ein Teil der Hafencity, wird seit 2011 erschlossen. Eines der ersten Gebäude, das hier fertiggestellt wird, ist die neue „HafenCity Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung“. Für Ende 2013 war ihr Bezug geplant. Das gesamte Quartier Baakenhafen ist zudem ein Modellquartier für nachhaltige Mobilität, und so war es entscheidend, dass die neue U-Bahnlinie rechtzeitig ihren Betrieb aufnimmt. 2006 wurde der Wettbewerb für die Station „Universität“ ausgelobt, den Raupach Architekten in Projektgemeinschaft mit Pfarré Lighting Design und dem Designbüro Stauss & Pedrazzini Partnerschaft gewannen. Raupach Architekten schreibt über das Konzept: „Der Entwurf reagiert assoziativ auf die vor Ort gefundenen Identitäten der Hafenstadt, auf die im Wechsel der Jahreszeiten und des Tageslichtes changierenden Farben der Ziegelfassaden, die stählernen Schiffsrümpfe und auf die Module der Transportcontainer. Die Materialität des Bahnhofs ist geprägt von Stahl, Licht und Farbe.  […]

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 91
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