Kommentar: To be continiued

01. Dez 2014

Moderne Netzwerke und modernes Licht

Text: Joachim Ritter

Die Entwicklungen im Bereich der LED haben scheinbar tatsächlich innerhalb der Gesellschaft Bewegung gebracht. Es geht nun darum, die neue Technologie für sich im persönlichen Umfeld zu nutzen. Vor einiger Zeit kam ein alter Freund zu mir und bat mich um meine Unterstützung. Wir kannten uns schon von der Schule. Allerdings war das schon 27 Jahre her und das letzte Mal war es wohl vor zwei Jahren, als wir zum Jubiläum darüber sprachen. Er hatte sich daran erinnert, dass ich mich schon seit Jahren in der Welt des Lichtes bewege. Er ist seit je her sogenannter Aquarianer, also jemand der Gefallen daran findet, Fische im Glas zu beobachten, vorzugsweise im großen eckigen Glas. Nun ist hieran nichts Verwerfliches. Im Gegenteil, auch ich finde es durchaus beruhigend. Er kam also zu mir und fragte, ob ich ihm helfen könne, eine Ersatzlampe für sein Meerwasseraquarium „zu besorgen“. Ich hätte doch sicher gute Beziehungen und wir kennen uns ja schon seit jeher, waren ja schon immer eng, wenn es darauf ankam. „Ja“, sagte ich, „ich weiß, wer so etwas herstellt…“. Mehr konnte ich allerdings nicht mehr erläutern, denn sogleich beschrieb er mir, was er genau benötigt. Er sprach von Kelvin, und dass dieses die Helligkeit beschreibt. Je höher die Kelvin desto heller, aber bitteschön nicht blau. Und überhaupt müsse ich darauf achten, dass in der LED-Lampe kein Vorschaltgerät und Starter sein solle. Aber eine LED-Lampe solle es sein, denn diese braucht weniger Strom.

Es war klar, dass hier so einiges durcheinander geraten ist, aber diese Blöße wollte er sich natürlich nicht geben. Als Verkäufer gibt man sich keine Blöße. Zur Sicherheit hatte er mir die defekte Lampe mitgebracht. Ich bemerkte: „Das ist ja eine LED-Lampe, wieso ist diese denn defekt. Normalerweise sollte diese doch 30.000 Stunden leuchten.“ Der Zeitraum müsste also etwa zehn Jahre umfassen. Nach den Angaben meines Freundes hatte er diese Lampe allerdings nur dreieinhalb Jahre. „Ja?“, bemerkte er, „auf jeden Fall sollte es so sein wie das natürliche Licht.“ Ich überlegte kurz und es wurde mir klar, dass weitere größere Diskussionen um das Licht die Tension zwischen uns erhöht hätte. Und so sagte ich: „Lass mich mal machen, ich sag dir Bescheid“. Drei Tage später brachte ich ihm zwei neue LED-Lampen. Er war begeistert. Wie toll das doch von mir sei und dass es wirklich nicht mehr normal ist, wenn sich jemand so um alte Freunde kümmere. „Schon ok“, sagte ich, „hab ich gerne gemacht“. „was bekommst du dafür? fragte er. „38 €“, sagte ich und er erwiderte, „verstehe, Porto“.

Mein Freund war sehr dankbar, zahlte den Betrag und meinte, dass ich immer zu auf seine Unterstützung bauen könne. In den kommenden Monaten hörte ich von vielen Seiten, wie gut mein alter Freund von mir sprach und in meinem Bekanntenkreis habe ich sogar Angebote erhalten, wenn ich etwas bräuchte, dann solle ich es doch nur sagen. Auch zahlreiche Einladungen zu Partys wurden mir nun ausgesprochen und mein Netzwerk wuchs unaufhörlich. In Facebook und Twitter wurde von meinen Heldentaten gesprochen und dass ein Mensch wie ich doch so selten sei. Es wurde sogar in Facebook vorgeschlagen, mich in das goldene Buch meiner Heimatstadt eintragen zu lassen. Das Leben wurde plötzlich angenehm und einfach. Allerdings freie Termine für soziale Treffen oder Spendengalas hatte ich kaum noch und ich lebte nahezu ausschließlich von den Buffets, die immer üppig waren. Und auch musste ich erkennen, dass die Blicke der Damenwelt plötzlich von einem anderen Ausdruck geprägt waren. Monate später unterhielt ich mich mit meinem echten Freund, der mich besuchte und mit dem ich Zeit verbrachte. Wir vermeiden es, über Facebook und Twitter in Kontakt zu bleiben, lieben die echte Welt der Freundschaft und das Persönliche. Ich erzählte ihm von den Erfahrungen der letzten Monate und er hörte mir geduldig zu. Zum Schluss fragte, „sag mal, wo hast du denn die Lampen hergehabt, dass dir soviel Anerkennung widerfahren ist?“ „Ach, sagte ich, wir haben eine Tierhandlung zwei Straßen weiter, ich habe die Lampen einfach vom Regal gekauft, die hatten noch genügend, speziell für Salzwasseraquarien.“

Was lernen wir hieraus? Der wahre Freund ist der, der zuhören kann und nicht auf soziale Netzwerke vertraut.

Und Lichtlösungen zu finden ist meistens einfacher als man denkt.

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