12. Jun 2017

Forschungsupdate.

Text:  Anadi A. Martel


Es ist unumgänglich, dass professionelle Lichtdesigner verstehen, dass das Licht auch tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben kann. Während Licht bei den meisten alten Kulturvölkern schon therapeutisch eingesetzt wurde, erleben wir seit Anfang des 21. Jahrhunderts wieder eine spürbare Beschleunigung der Forschungstätigkeit im Bereich Lichtmedizin. Tausende von Fachbeiträgen werden jährlich veröffentlicht. An dieser Stelle gibt es ein kurzes Update einiger aktueller Forschungsarbeiten im Bereich der Lichttherapie, angepasst an die spezifischen Interessen der Lichtdesigner.

Das Sonnenlicht ist die wichtigste Energiequelle und erhält alles Leben auf der Erde. Daher verwundert es nicht, dass das Sonnenlicht eine einflussreiche Rolle bei der menschlichen Gesundheit spielt. Der Einsatz des Lichts als Heilmittel ist so alt wie die Menschheit selbst und wird in altägyptischen, altindischen und altgriechischen Texten dokumentiert. Das Sonnenlicht war ein entscheidendes medizinisches Hilfsmittel in der Antike, entweder in seiner reinsten Form als Heliotherapie oder durch Edelsteine sowie andere farbige Materialien gefiltert. Im Westen wurde die Rolle des Sonnenlichts viele jahrhundertelang gar nicht berücksichtigt, da das Christentum die Heliotherapie als eine Art Sonnenanbetung betrachtete und sie als Heidentum verbot. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zeigten sich die Menschen erneut für das Sonnenlicht interessiert. Während dieser Zeit wurde der Lichtmedizin mit so viel Respekt begegnet, dass im Jahr 1903 einer der ersten Nobelpreise für Medizin an Nils Ryberg Finsen ging, der Pionierarbeit im Bereich der Phototherapie geleistet hat. Doch durch die Entwicklung und breite Anwendung von Antibiotika in den 1930er-Jahren wurde die Lichttherapie schnell wieder als „medizinisches Heidentum“ betrachtet und erfuhr eine Renaissance erst wieder als zwei entscheidende Entdeckungen gemacht wurden.

Licht für den Körper: medizinische Anwendungen
Die erste Entdeckung stellte fest, dass Licht den Stoffwechselprozess in den Zellen direkt fördern kann und zwar durch eine komplexe Reihe von biochemischen Prozessen, welchevon der wichtigsten Forscherin auf diesem Gebiet, Prof. Tiina Karu, als Photobiomodulation bezeichnet wird. Sie identifizierte die winzig kleinen Mitochondrien in menschlichen Zellen mit hohem Energieverbrauch als die Hauptempfänger von Lichtstimulation, überwiegend durch Lichtfrequenzen im roten und nahen infraroten Bereich bedingt. Dieses Verständnis eröffnete das gänzlich neue Forschungsfeld „Low-Level- Lasertherapie“ (LLLT), wobei nicht thermale Laserlichtenergie eingesetzt wird, um Nervenzellen und Weichgewebszellen regenerativ zu behandeln. LLLT erfährt heute immer mehr Akzeptanz. Intensive Forschungsstudien zu den grundlegenden zellulären Prozessen der Photobiomodulation werden derzeit weltweit durchgeführt und die spezifischen Auswirkungen verschiedener Farben werden erkundet. Blaues Licht wird zum Beispiel für die Behandlung von Akne eingesetzt, Gelb-Orange für die Hautstraffung, Rot zur Heilung von Wunden und Infrarot zur Entlastung von Gelenken. Eine der interessantesten Entwicklungen der vergangenen Jahre ist zudem die transkranielle Lichttherapie. Dabei wird infrarotes Licht durch das Cranium zur Heilung von Gehirnzellen gestrahlt. Die Behandlung kann auch die Symptome von Schlaganfällen, Demenz sowie Depressionen lindern.


Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 102  sowie in unserer PLD magazine App  (iPad App Store).


 

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