14. Feb 2017

Digitale Lichtinstallation „Light Pollination“ während des London Design Festivals 2016

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Amandine Alessandra


Für viele unvergessen ist die Szene aus dem Monumentalfilm „Gladiator“, in der der Feldherr Maximus Decimus Meridius zu tiefbewegender Musik durch ein Kornfeld seiner Frau und seinem Sohn entgegen läuft, seine Hand streicht dabei sanft über die sich im Wind hin und her wankenden blühenden Halme. Gewiss ist dies nur eine Assoziation von vielen, die man beim Anblick der Installation „Light Pollination“ haben kann. Doch sucht genau diese ihren Ursprung in der Natur.

Und gerade das markiert bei dem vom Designstudio Universal Assembly Unit umgesetzte Werk eine wahre Besonderheit: Denn „Light Pollination“ ist in Wirklichkeit ein kleines modernes und interaktives Meisterwerk der digitalen Lichtkunst. Seine Entstehung und Ausstellung während des London Design Festivals im September 2016 geht auf Überlegungen zurück, wie digitale Medien die Möglichkeiten des Einsatzes von Licht im urbanen Raum beeinflussen. Auftraggeber iGuzzini erforscht die Möglichkeiten einer künftig größeren Responsivität des Lichts in der gebauten Umwelt. Dies sind also zusammengefasst neuzeitliche, hochtechnologische Vorgänge. Und doch entstand mit „Light Pollination“ ein Kunstwerk, das seine Reverenz eben in der Natur hat. Das macht schließlich schon der Name deutlich. Die Oberfläche besteht aus mehreren Reihen von optischen Fasern, die durch rund 20 000 einzelne LED-Lichtpunkte gespeist werden. Sensoren, sogenannte Bestäubungspunkte, sind verteilt installiert, um Interaktionen zu ermöglichen. Je nach Intensität des einfallenden Lichts, zum Beispiel von einem Smartphone, pulsieren Teile des Werks als Lichtfelder mal langsamer oder schneller. Dies führt weiterhin dazu, dass irgendwann die gesamte Skulptur vom Effekt der Bestäubung durch Licht erfasst wird. Sie verändert sich, ändert ihre Beschaffenheit, blüht auf, treibt das Licht über die gesamte Oberfläche flackernd voran oder stellt sich wie das Kornfeld im Film „Gladiator“ im Wind zu den Seiten.


Auftraggeber: iGuzzini UK

Design und Installation: Universal Assembly Unit


www.iguzzini.com

www.universalassemblyunit.com

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