Text: Barbara Matusiak

05. Okt 2010

Tageslichtdesign für eine gesunde Lernumgebung

Vor zweitausend Jahren sahen die Bürger des Römischen Reiches die Bestrahlung durch die Sonne als so wichtig an, dass sie sogar ein gesetzlich festgelegtes Recht auf Sonnenlicht hatten. Die Pioniere des Modernismus in der Architektur, Le Corbusier und Walter Gropius, erkannten, dass der benötigte Lichtlevel für das menschliche Befinden wesentlich höher liegt, als der für die Fähigkeit zu sehen; ihre Entwürfe basierten auf Sonnenlicht. Heutige Erkenntnisse über den zirkadianen Rhythmus bestätigen, dass sie Recht hatten. Zusätzlich können wir viele beachtliche Beispiele in den neusten Forschungsergebnissen finden, die von Richard Hobday in seinem Buch „The Healing Sun“ (Die heilende Sonne) belegt und zusammengefasst werden: Depressiven psychiatrischen Patienten geht es besser, wenn sie im Krankenhaus dem Sonnenlicht ausgesetzt sind; Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, haben bessere Chancen sich zu erholen, wenn sie sich in sonnenerleuchteten Räumen aufhalten; und Krankenhauspatienten benötigen weniger schmerzstillende Mittel und fangen sich nicht so schnell Infektionen ein, wenn sie sonnenbedingte Licht- und Schattenspiele an den Wänden ihrer Krankenzimmer wahrnehmen können.

Ist Tageslicht für das menschliche Befinden elementar?
Wir wissen, dass sich beinah alle biologischen Funktionen bei so gut wie allen lebenden Organismen in 24-Stunden Zyklen verändern. Eine Großzahl der Körperorgane, das Gehirn mit einbezogen, haben zirkadiane Aktivitätszyklen. Nachts, zum Beispiel, lässt uns die Melatoninausschüttung schläfrig fühlen, verringert das Stressgefühl und verlangsamt andere Funktionen, die den Schlaf behindern könnten. Wenn die Melatoninausscheidung abnimmt, fangen wir an Cortisol zu produzieren – oft auch als Stresshormon bekannt. Wir wachen auf und werden immer munterer. Unser zirkadianer Rhythmus beeinflusst unseren Schlaf/ unserWachsein, Körpertemperatur, Melatonin- und Serotonin-Produktion, die Cortisolkonzentration, Ess- und Trinkverhalten, unsere Stimmung, die Wachsamkeit, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Leistung, Adrenalinkonzentration, Urinproduktion, Kalium-, Sodium-, Calcium-, Magnesium- und Phosphorkonzentration im Urin, AGTH und die Produktion der Wachstumshormone.

Aber welche Rolle spielt natürliches Licht?
Alles beginnt auf der Retina. Dieser Teil des Auges beinhaltet nicht nur die „klassischen“ Photorezeptoren, die für das Sehen genutzt werden, sondern auch die Ganglienzellen, die auf Licht reagieren und als lichtsensitive Ganglienzellen bezeichnet werden. Diese Zellen beinhalten das Photopigment Melanopsin. Die Signale der lichtsensitiven Ganglienzellen folgen einem Pfad zum Nucleussuprachiasmaticus (SCN). […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 73

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