Text: Mafalda Rangel

05. Dez 2010

Tageslicht als Ansatz für Lichtdesign

I. High-Low!
Im Sinne von zeitgemäßen menschlichen Bedürfnissen

Da 50 Prozent der Weltbevölkerung bekanntlich in städtischen Umgebungen lebt, ist die Zeit gekommen, über die Lebensbedingungen in unseren Städten gründlich nachzudenken. Technologische Entwicklungen in den neunziger Jahren hatten eine Reihe Designwerkzeuge zur Folge, die uns ermöglichten, ideale künstliche Klimaverhältnisse innerhalb von Gebäuden zu generieren. Die Gebäude wurden in Form von geschlossenen Hüllen konzipiert, wobei Innen- und Außenraum streng voneinander getrennt wurden. Man glaubte, dass wenn man die Gebäude so mittels dicker Isolierung und Doppelverglasung abdichtete, dann würden ihre Nutzer optimale Lebens- und Arbeitbedingungen genießen können. Die Forschung zeigt jedoch, dass diese geschlossene Bauweise zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führt und dadurch auch die menschliche Leistung negativ beeinflusst.
Heutzutage wollen moderne entwickelte Länder und Gesellschaften zu natürlichen Lebensbedingungen zurückfinden. Zumindest schätzen sie die Zeit, die sie im Außenraum verbringen können. Innenräume, in denen wir leben und arbeiten, müssen wenigstens optisch, wenn nicht praktisch, mit dem Außenraum in Verbindung stehen. Die alte geschlossene Bauweise muss mehr Perforierung, sprich Fensterbau, erfahren. Die geschlossene Fassade muss durch Filter und durchsichtige Trennungen ersetzt werden, welche das Sonnenlicht und Himmelslicht Teil unseres täglichen Lebens werden lassen.

Die Forschung belegt, dass das Tageslicht eine einzigartige Wirkung auf die Leistung und Produktivität von Menschen hat, die bis heute nicht nachgeahmt werden konnte. William McDonough teilt auch diese Meinung und stellt folgende Frage: „Was wäre, wenn Gebäude lebendig wären? Was wäre, wenn unsere Häuser und Arbeitsplätze wie Bäume wären – lebende Organismen, die produktiv an ihrer Umwelt partizipieren?“
Ähnliche Gedanken hatte das Architektenbüro Realities United in Berlin. Dort haben die Architekten ein alternatives Konzept für das Leben in geschlossenen Räumen vorgeschlagen. „Open the house!” ist ein Forschungsprojekt zum Thema hochentwickelte Bekleidung, die es dem Nutzer erlaubt, bequem in Räumen zu leben, wo die Temperatur weit unter oder über das, was man für normal akzeptabel hält, liegt. Beide Planungsbüros (McDonough und Realities United) stellen eine Wirklichkeit dar, wo die bebaute und die natürliche Umwelt als eine einzige gekoppelte Realität akzeptiert wird, mit dem Potenzial, unsere Lebensqualität zu verbessern. Die Betrachtung beider Umwelten als ein einziges Lebenssystem wird die Architektur per se ändern. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 74

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