05. Jul 2017

„Plexus c18“: Kunstinstallation im Flughafen San Antonio.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photo: Frederick Gonzales


Wir werden „geblendet“, unser Auge vermittelt uns oft genug, Licht sei rein weiß: Viele Menschen, die weniger von den Eigenschaften des Lichts wissen, mögen sich selten bewusst machen, dass die Lichtfarbe Weiß aber eine Summe aller für uns eigentlich sichtbaren Spektralfarben von Rot bis Violett ist. Je nach Art des Lichts unterschiedlich stark vertreten. Aus diesem Grund wirkt es aber immer wieder besonders, wenn Licht in seine Bestandteile zerlegt wird.

Die Installation „Plexus c18“ von Künstler Gabriel Dawe tut dies. Allerdings anders als es beim ersten Blick erscheint. Denn hier wird das Licht nicht tatsächlich durch Prismen oder Partikel zerlegt, sondern der Vorgang wird clever nachgebildet. Aus fast 140 Kilometer gefärbten Schnüren, die in einer Halle des Flughafens von San Antonio von der Decke zur Wand geknüpft sind, besteht das Kunstwerk. Es ist so chromatisch entworfen (insgesamt 19 Farben) und eng gesponnen, dass die Schnüre wie die sichtbar gemachten bunten Lichtstrahlen aussehen. Tausende von vorbeilaufenden Passagieren werden somit an die Besonderheit des Lichts erinnert, obwohl es sich um keine Lichtinstallation, sondern um eine gute Täuschung handelt. Der harmonische Regenbogenfarbverlauf fasziniert und das Werk hebt mit Form und Farbe die Raumarchitektur, aber auch die Raumatmosphäre hervor.

Und beim Anblick, zumindest der Fotos, spielt uns unser Auge beinahe den nächsten Streich: das Gebilde sieht aus wie computeranimiert. Eine optische Täuschung, hervorgerufen durch das enge Netz aus Schnüren und den Farbverlauf.


Design: Gabriel Dawe

Kooperation: Blue Star Contemporary (BSC), City of San Antonio’s Department of Arts & Culture’s (DA&C), Public Art San Antonio (PASA) division und San Antonio International Airport (SAT)


www.gabrieldawe.com

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