Text: Roger Narboni
Photos / Graphics: Concepto

03. Aug 2013

Strukturierte Dunkelheit
Lichtmasterplan für die Stadt Rennes/F

Im Jahr 2009 verabschiedete die Stadtverwaltung in Rennes eine Klimaschutzstrategie. Das Hauptziel war, den Stromverbrauch für öffentliche Beleuchtung bis 2030 um 20 Prozent zu reduzieren. Es wurde ein Lichtmasterplan benötigt, um eine neue Strategie für die öffentliche Beleuchtung vorzustellen. Für erste Beratungsgespräche suchte die Kommune nach Lichtdesignern zwecks Durchführung einer Studie, um festzustellen, welche Stadtteile beleuchtet und welche nicht beleuchtet werden sollten.

Das Lichtplanungsbüro Concepto wurde beauftragt die Studie durchzuführen, basierend auf dem Hell-Dunkel Konzept. Daraus entstand eine neue Beleuchtungsstrategie für die Stadt Rennes, wobei die natürliche Dunkelheit bewahrt und eine Grundstruktur für bewusst eingesetzte Dunkelheit in der ganzen Stadt implementiert wird.

Seitdem wir 1987 die Idee der „urbanisme lumière“ als eine Form der Stadtplanung und eine Methodik für die Entwicklung eines Lichtmasterplans ins Leben gerufen haben, haben wir mehr als 110 Studien dieser Art durchgeführt. Dabei haben wir daraus folgernd einen sukzessiven Prozess begonnen, der die mögliche Verbindung zwischen Licht und Dunkelheit in Städten berücksichtigt.

Als wir 2002 den Lichtmasterplan für das Dorf Talmont-sur-Gironde in Südwestfrankreich entwarfen, kreierten und setzten wir einen Masterplan der Dunkelheit für den Ort durch, um die schlichte Atmosphäre in den engen Straßen bei Nacht zu bewahren und neu zu definieren.

Unlängst, in 2010, bei der Entwicklung eines Lichtmasterplans für das historische Zentrum Jerusalems schlugen wir dem Auftraggeber direkt vor, die Dunkelheit in dem geplanten Grüngürtel um die Altstadt neu zu definieren, zu erhalten und zu verbessern, um den daraus resultierenden Kontrast zur zukünftigen Beleuchtung der Stadtmauern aufzuwerten.

In Rennes haben wir den dunklen „weniger ist mehr“ Ansatz fortgeführt und entwickelt und unsere Theorien bezüglich der jeweiligen Rollen von Hell und Dunkel in Städten vertieft. Von Anfang an als auch während Diskussionen und Erkundungsspaziergängen mit Anwohnern bei Nacht in verschiedenen Stadtteilen von Rennes waren wir immer wieder beeindruckt, wie oft wir Anmerkungen bezüglich der übermäßigen Beleuchtung in der Stadt sowie den Wunsch, die Dunkelheit in den großflächigen natürlichen Räumen zu erhalten, zu hören bekamen.[…]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 89.

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