Projektbeteiligte:

Architektur und Design: Curiosity Inc. – Gwenael Nicolas und Team; www.curiosity.jp/en

12. Apr 2017

Ein Bühnenspiel über Licht und Mode in mehreren Akten.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Satoshi Shigeta


Die Luxusdesignartikel eines Modeunternehmens wie Dolce & Gabbana in einem ausdruckslosen Ladenkonzept zu präsentieren, entspräche kaum den Vorstellungen der Modeschöpfer. Den Kleidungsstücken gebührt in deren Augen natürlich eine besondere Bühne. Eine solche sollte vergangenes Jahr in der japanischen Metropole Tokio geschaffen werden. Wenn sich dort im neuen Laden der Vorhang öffnet und das „Saallicht“ dimmt, stehen die exquisiten Stücke buchstäblich im Rampenlicht.

Örtlich gesehen bietet der moderne Tokioer Stadtteil Aoyama den richtigen Platz für dieses Theaterstück aus Dolce & Gabbana. An einer Kreuzung gelegen wirkt schon die Fassade der neuen und einzigartigen Modeboutique wie ein schwerer Vorhang aus edlem Marmor, der von wenigen, kaltweißen Lichtschlitzen durchbrochen wird, die zurückhaltend einen Vorgeschmack auf die ganze Ware geben sowie auf das besondere Schauspiel im Innern einstimmen. In der Hauptrolle Licht. Die Nebenrollen übernehmen Materialien wie Gold und Marmor, ausgeklügelte Projektionen, hervorgerufene Schatten oder gewollte Dunkelheit. Das Drehbuch des Stücks ist in diesem Falle ein clever entwickeltes Ladenkonzept in Sachen Architektur und Design.

Und dieses nutzt eben primär und für alle Akte theatralisches Licht, um die Kleidung sowie Taschen, Schuhe und Accessoires besonders zu illuminieren. Ermöglicht wird das durch 400 Richtstrahler aber auch Projektoren, die an der Decke auf den zwei Etagen montiert sind und individuell gesteuert werden können. Der Ausstellungsraum wird zur scheinwerferbeleuchteten Plattform für all die hochwertigen Produkte aus dem Bereich Mode. Die im starken Lichtschein exponierten Kleidungsstücke werfen durch den Einfallwinkel des Deckenlichts demonstrative und dramatische Schatten an Wände und Fußböden, geben dem dunkel-eingeengten Raum mehr Tiefe. Das wiederum dient der Auffälligkeit jedes einzelnen Modestücks und unterstreicht die Farben und Hochwertigkeit.

Kurzum zeigt sich bei dieser Edelboutique eine Ladenfläche, die dynamisch sowohl in definierte helle Flächen als auch in Dunkelheit gehüllt ist. Und das im stetigen Wechsel, direkt neben- oder zueinander, an- und ausgeschaltet. Zunächst wirkt diese enge Bühne jedoch durch die schwarzen Wände, den dunklen Boden, das eckige und ebenfalls schwarze Ladenmobiliar sehr finster und schwermütig. Erst durch den gezielten Lichteinsatz erweitert sich das Erscheinungsbild und gefühlt auch der Raum an sich.


Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 104 sowie in unserer PLD magazine App (iPad App Store).


 

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