05. Mrz 2010

Schulanlage Mühleholz II in Vaduz/FL
Hier kommt die Flut

Text: David Müller
Photos: Rainer Wührer

Klein, idyllisch und ruhig – so kennt man den Zwergenstaat Liechtenstein am Fuße der Westalpen. Seine Hauptstadt Vaduz zählt nur knapp über 5000 Einwohner, die hauptsächlich vom Tourismus leben oder in der Bankenbranche arbeiten. Hier bauten unlängst die Architekten Günther Domenig und Peter Kaschnig ein Schulzentrum für Schüler der Oberstufe. Geplante Stahlkonstruktionen an der Struktur mussten, wegen der ortsüblichen Bauweise, durch dominante, geschlossene Betonwände ersetzt werden. Doch die Vorgaben an Energieeffizienz sowie die positiven Eigenschaften des natürlichen Lichts auf das Lernverhalten der Schüler führten dazu, dass die Architekten mit dem schweizerischen Lichtplanungsbüro Art Light GmbH ein Konzept erarbeiteten, das wesentlich mehr natürliches Licht zulässt. Nun erfreuen sich die Schüler an dem vielen natürlichen Licht, das ihre Klassenzimmer Tag für Tag durchflutet.

Direkt an einem idyllischen Waldesrand, neben einem großen Maisfeld im Herzen der Voralpen gelegen, findet man das Schulzentrum Mühleholz. Die Struktur des Architekten Gisel bildet einen zentralen Punkt zwischen besiedeltem und unbesiedeltem Gebiet und bietet Schülern und Lehrern zahlreiche Möglichkeiten für Erholung, Sport und Spaß in der Natur. Da das Gebäude allerdings zu klein wurde, musste ein neues, ergänzendes Schulzentrum für etwa 200 Schüler der Oberstufe, im Alter von 12 bis 16, geschaffen werden. „Mühleholz II“ sollte sich direkt neben dem alten Gebäude befinden; nur durch einen Sportplatz von einander getrennt. Im Jahre 1998 kam es zur Ausschreibung, die schließlich die österreichischen Architekten Günther Domenig und Peter Kaschnig gewannen. Ihr Konzept sah vor, ein flaches Gebäude zu schaffen, das „aus dem Erdreich wächst“. Die Zugangs- und Aufenthaltsfläche, die sich über einer Dreifachsporthalle befinden würde, sollte eine schräge Fläche mit einem Anstieg von vier Prozent sein. Ein darüber liegender Bereich sollte Platz für Klassenzimmer und Korridore bieten, die über der Schräge quasi „schweben“ – eine metaphorische Anspielung auf Kästner´s Klassiker „Das fliegende Klassenzimmer“. Nach dem abgeschlossenen Architekturwettbewerb wurde das Team der Fachplaner zusammengestellt. Es wurde entschieden, dass ein Lichtplaner sich des Tages-und Kunstlichts annehmen sollte. Da, wie alle öffentlichen Gebäude im Fürstentum Liechtenstein, auch dieses nach dem so genannten „Minergiestandard“ – sprich energieeffizient – gebaut werden musste, war es erforderlich, diesem Punkt von Beginn der Planung ein besonderes Augenmerk zu schenken. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 70

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