16. Mai 2017

Wie sich die Installation „Pixel Wave Light“ in Paris/FR erfolgreich assimiliert.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Miguel Chevalier


Der Ort wurde lange als „Magen von Paris“ bezeichnet. Denn Les Halles war jahrhundertelang der größte Markt der Stadt, mitten im Zentrum: vielfältig, bunt, laut und trubelig. 1960 verlegte man das Markttreiben aus Platzmangel vor die Stadt und auf der frei gewordenen Fläche entstand eines der heute beliebtesten Einkaufszentren Paris: noch lauter, noch geschäftiger und noch bunter.

In diesen lebendigen Schmelztiegel mit zig Geschäften, Restaurants, Kulturstätten, Kinos sowie vor allem Abermillionen Besuchern im Jahr passt die fast 30 Meter lange Pixelwand von Künstler Miguel Chevalier, die mithilfe von 7000 LEDs, besonderem Acrylglas und spezieller Computersoftware einen ganz eigenen und doch zum Ort passenden Farb-Licht-Mix kreiert. Und es spricht für ein ausgereiftes Konzept und gute Arbeit, wenn eine Licht-Kunst-Installation und der Standort, an dem sie eingerichtet ist, so geschickt miteinander verschmelzen. Ein Effekt, der übrigens auch dann zwischen beiden Elementen entstehen kann, wenn es trotz aller Gemeinsamkeiten – wie hier Dynamik, Interaktionen, Veränderungen, Bewegungen, Farben, Vielfalt –Unterschiede gibt. Denn dann geht es um Kompromisse.

Die bunten, sich langsam verändernden Effekte der Pixelwand sind wie ein Blick durch ein beruhigendes Kaleidoskop für die vorbeieilenden Menschen – es ist ebenso ein knalliger Schmelztiegel für sich. Die angewandte Technologie und die verwendeten Materialien sprechen die Dynamik der umgebenden, gläsernen Gebäudearchitektur an; die vielen Farben stellen die Besucher- und Geschäftevielfalt dar und die Innovation in Sachen digitaler und virtueller Kunst lenkt kurzzeitig erfolgreich vom Shopping- oder Reisestress ab. An einem Ort, der von Menschen Leben eingehaucht bekommt, repräsentiert „Pixel Wave Light“ technologisch genau das und kreiert gleichzeitig eine eigene, energetische und bildstarke Welt.


Verwendete Produkte:

7000 LEDs, Dacryl (in Frankreich speziell entwickeltes Acrylglas), spezielle Software


www.miguel-chevalier.com

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