Text und Photos: Ilka Schmid

19. Jul 2009

Über Möglichkeiten zur Gestaltung von und mit Schatten.

Der Umgang mit Licht wird vielfältig diskutiert. Immer weiterführende technische Errungenschaften ermöglichen ein Ausleuchten oder Inszenieren jeder Situation oder jeden Ereignisses. Doch auch die negativen Auswirkungen der Überflutung mit Licht rücken inzwischen ins Bewusstsein – das Fehlen von Dunkelheit führt zu Einschränkungen für astrologische Beobachtungen, zu gestörten ökologischen Abläufen und zu Veränderungen im menschlichen Hormonhaushalt. Viel Licht ist demnach nicht unumschränkt positiv – zu viel Licht kann schaden. Ist es angesichts zunehmender Lichtverschmutzung und der bereits vorhandenen Fülle von Licht nicht an der Zeit, der Dunkelheit wieder mehr Raum zu verleihen und über einen bewussten Umgang mit Schatten nachzudenken? Die besondere Formensprache von Schatten erzeugte erstmals meine Aufmerksamkeit während eines Aufenthaltes in Mexiko. Auf einer orangefarbenen Mauer erzeugte das filigrane Blätterdach eines nahestehenden Baumes ein Bild aus Farbe, Licht und Schatten. Dieses Formspiel aus klaren und verschwommenen Konturen, verschieden starken Kontrasten, hellen und dunklen Bereichen, einer Vielzahl an Farbnuancen und – schattierungen, Verzerrungen, Überlagerungen – sich stetig verändernd, neue Formen und Muster hervorbringend – ergab einen faszinierenden ästhetischen Eindruck. Es ist erstaunlich, wie selten der Schatten als eigenständiger Formgeber wahrgenommen wird. In meinem Beruf als Gartenarchitektin wird die Erzeugung von Schatten durchaus berücksichtigt, meist liegt das Augenmerk jedoch auf klimatischen Aspekten. Sei es, um Aufenthaltsqualität durch Bereiche zu schaffen, die vor der Sonne geschützt sind, zu starkes Verdunkeln von Wohnungen zu vermeiden oder Pflanzen gemäß ihrem Anspruch an Licht- und Schattenverhältnisse optimal anzuordnen. Doch die Formgebung des Schattens geschieht dabei rein zufällig, ihm wird nicht gezielt Gestalt verliehen. Wird Schatten derart selten als Gestaltungsmaterial eingesetzt, weil er wenig greifbar ist und der Umgang mit ihm kompliziert erscheint oder ist er als Gestaltungsmittel aufgrund seiner Eigenschaften tatsächlich wenig geeignet? […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 67.

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