Projektbeteiligte:

Auftraggeber: Sancaklar Foundation
Inhaber: Republik Türkei, Präsidium für Religionsangelegenheiten
Architekten: Emre Arolat Architects – Emre Arolat (Projektleitung),
Uygar Yüksel, Leyla Kori, Nil Aynalı, Fatih Tezman, Nurdan Gürlesin
Landschaftsarchitekten: Emre Arolat Architects
Landschaftsdesign-Beratung: Medosa
Lichtdesign: Studio Lighting Design
in Zusammenarbeit mit Studio Piero Castiglioni
Kaligraph: Mehmed Özçay

Verwendete Produkte:

Lichtsteuerung, Innen- und Außenraumbeleuchtung: Vetaş Electric and Lighting

16. Okt 2015

Die Moschee in Istanbul kommt mit wenig Ornamenten aus und lebt von einfallendem natürlichem Licht

Text: Joachim Ritter
Photos: Thomas Mayer, Cemal Emden

Der Mensch braucht den Prunk und das Ornament, wenn Tristesse das Leben dominiert. Doch liebt er die Ruhe und die Einfachheit, wenn Überfluss und Hektik die Normalität darstellen. Sakrale Bauten sind das gängigste Angebot der Gesellschaft eben das zu finden, was wir außerhalb des gesellschaftlichen Lebens missen, um uns zu finden und besinnen.

Die neue Sancaklar-Moschee in Istanbul ist ein Ausdruck der Bescheidenheit und Ruhe, eben genau das Gegenteil dessen, was die Gesellschaft in der Türkei derzeit prägt: die Hektik des modernen Lebens, des dynamischen Aufbaus und eben des Prunks. Mehr noch! Die Moschee liegt teilweise unter der Erdoberfläche. Allerdings ohne dabei auf Tageslichtzugang zu verzichten. Es wäre fatal gewesen, denn kaum ein Licht prägt den sakralen Raum mehr als die Tageslichtpräsenz und seine unzähmbare Dynamik, die für die göttliche Eingebung so wichtig ist. Es ist nicht immer leicht, die Beweggründe für ein Architekturkonzept, die Auswahl der Materialien und das Licht zu erkennen. Ist es das Budget, welches nicht selten zur Wahl kostengünstiger Lösungen führt? Ist es die Philosophie des Gebäudes, welche die Materialien bestimmen? Aber eigentlich ist weder der ein oder andere Ansatz entscheidend. Entscheidend ist, mit welchem Licht gearbeitet wird. Tageslicht gibt auf Grund seiner Dynamik Spielräume zur Interpretation. Interessanterweise scheint die Dynamik des Tageslichtes gleichzeitig eine Ruhe auszustrahlen, die wir dann suchen, wenn wir unter der Hektik des Lebens leiden. Wohl deshalb ist es perfekt für sakrale Bauten. Denn auf der Suche nach Antworten zu den Fragen des Lebens braucht der Mensch Freiraum und Inspiration. Licht ist ein göttliches Element der Weisung und der Hinweise. Zumindest für diejenigen, die Gott hinter der Schöpfung sehen. Für alle anderen ist Licht in seiner Dynamik und überraschenden Wendung, die es manchmal zu nehmen mag, ein Element, das Blockaden lösen kann oder Inspiration startet. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr.99

 

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