Text: Sebnem Gemalmaz

24. Jan 2014

Groß denken
Richtlinien für die Lichtgestaltung öffentlicher Räume in Stockholm –eine Diskussionsgrundlage

Bei der Betrachtung der neuen Auf- und Anforderungen der globalisierten Welt, beschäftigen sich städtische Behörden erstaunlicherweise vor allem mit dem Erscheinungsbild und der Identität ihrer Stadt, um deren lokale Besonderheiten hervorzuheben. Während die globalisierte Welt sich dermaßen schnell entwickelt, dass die Städte fortlaufend mit neuen Verantwortlichkeiten konfrontiert werden, unterliegt der städtischen Beleuchtung gleichzeitig ein erkennbarer Verwandlungsprozess. Die Beleuchtung des öffentlichen Raums wird zwangsläufig zum Bestandteil der zukünftigen Strategien der Stadtplanung und -entwicklung.

Lichtinstallationen sind jedoch in den meisten Fällen immer noch eine Frage der Akzentuierung einiger ausgewählter historischer Denkmäler oder die Bespielung von Gebäudefassaden mit farbwechselnden LED-Systemen und gehen nicht auf die unterschiedlichen Belange der Stadt bei Nacht im urbanen Kontext ein.Wenn die städtische Beleuchtung nicht als Teil eines übergreifenden stadtplanerischen Konzeptes umgesetzt wird und sich auf die Akzentuierung weniger so genannten selektierten Wahrzeichen beschränkt, kann das durchaus zu einer Reihe von sporadisch gestalteten sehr schönen Nachtlandschaften führen, kann aber langfristig gelegentlich als Beispiele für die Erstellung von nächtlichen Erscheinungsbildern der„copy-and-paste“ Art für jede beliebige Stadt dienen. Die Gestaltung und Planung von Licht in der Stadt erfordert umfangreiches Denken. Es geht nicht darum, etwas Wunderbares zu zaubern. Im Gegenteil: Es handelt sich um eine recht deutliche und einfache Aufgabe. Der Planer muss die Gesamtstruktur und Anordnung der Stadt, ihre reflektierte und ausgestrahlte Identität und ihre Kultur verstehen, um der Welt das „wahre Gesicht“ der Stadt zu zeigen. Dieser Beitrag geht auf die Frage des Lichtdesigns in der Stadt ein, wobei das Konzept der Stadtplanung der Ansatz bildet. In diesem Zusammenhang wird das Programm „Lighting Planning for Stockholm“ (Richtlinien für die Lichtgestaltung öffentlicher Räume in Stockholm) erläutert. Das Ziel des Programms war, ein lesbares nächtliches Erscheinungsbild der schwedischen Hauptstadt zu bieten, die auf zwei Projekten beruhte, welche die Autorin im Jahre 2010 für die Stadt Stockholm plante.

Die Stadt als Suchtmaschine! In seinem 1978 erschienen Buch „Delirious New York“ behauptete Rem Koolhaas, dass „Großstädte Suchtmaschinen sind, aus denen es kein Entkommen gibt…“ Wenn auch immer ich feststelle, dass eine sehr schlechte Lichtplanung im städtischen Raum mich stört, denke ich an diesen Satz. Wie Koolhaas betont: Es gibt aus Großstädten kein Entkommen. Sie werden in vielen Hinsichten zu Suchten. […]

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 91

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