05. Okt 2010

Die Friedenstaube
Palace of International Forums in Taschkent/UZ

Text: Pfarré Lighting, Joachim Ritter
Photos: Andreas J. Focke

Es ist an der Zeit, Zentralasien wieder in das Bewusstsein zu rücken. Jahrhunderte lang litten Nationen wie Kasachstan, Tadschikistan und Usbekistan an der wechselnden Unterdrückung ihrer Eroberer. Zuletzt an der sowjetischen Besatzung. Dabei war Zentralasien seit je her die Schnittstelle des Handels zwischen Europa und Fernost. Aktuell erleben diese Staaten einen Aufschwung und spüren wieder Selbstbewusstsein, was sich in architektonischem Ausdruck widerspieelt.

Über die Jahrhunderte hinweg trug Taschkent viele Namen: Chach, Shash, Binkent, um nur einige zu nennen. Jeder dieser Namen ist Teil der Geschichte der Stadt. Taschkent war immer ein wichtiger internationaler Handelsstützpunkt. Unglücklicherweise ist nur ein kleiner Teil des architektonischen Erbes erhalten – eine Folge der Zerstörung vieler historischer und religiöser Bauwerke nach der Oktoberrevolution 1917 und einem verheerenden Erdbeben im Jahre 1966. Einige alte Gebäude liegen in der Altstadt westlich der Innenstadt. Hier bildet eine Vielzahl kleiner, verwinkelter Gassen einen starken Gegensatz zum modernen Taschkent. Interessant unter den alten Gebäuden ist die Kukeldash Medrese (Islamschule) aus dem 16. Jahrhundert, die zu einem Museum umgebaut wird, und das Kaffali-Shash-Mausoleum. Taschkent beherbergt viele Museen der usbekischen und vorusbekischen Kultur.
Die Kultur des Landes und der Stadt Taschkent unterscheidet sich im Gegensatz zu dessen Nachbarländern Kasachstan, Kirgisistan und Turkmenistan, die nur oberflächlich islamisiert sind. In Uskebistan befindet sich schon seit dem frühen Mittelalter ein Kerngebiet der islamischen Kultur. Der Grund hierfür ist die hoch entwickelte, persisch geprägte Stadtkultur. Der Palace of International Forums in der Hauptstadt Taschkent ist eines der außergewöhnlichsten neuen architektonischen Projekte Usbekistans. Das Gebäude dient der Nation als Ort für Staatsempfänge, nationale und internationale Konferenzen und verfügt, neben einem Restaurant und zwei großzügigen Foyers, über einen zirka 43 Meter hohen Theater- und Konzertsaal mit 1850 Plätzen. Das Gebäude präsentiert sich selbstbewusst. Anstelle von abbröckelndem Marmor findet man edlen weißen und schwarzen Granit – ein Ausdruck für den Willen nach moderner Architektur und Kultur. Von Außen ist das Gebäude prunkvoll voluminös, erinnert an die monumentalen Prachtbauten der Geschichte und wird gestützt von übergroßen Rundsäulen. Der Innenraum allerdings wird geprägt von edlen Materialien in Weiß. Klingt nach einer einfachen Aufgabe für einen Lichtdesigner, doch liegt gerade in dieser scheinbaren Einfachheit das Risiko. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 73

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