Projektbeteiligte:

Architekten: Hiroshi Nakamura & NAP Co.Ltd.; www.nakam.info

16. Okt 2015

Wer im Glashaus sitzen will, sollte nicht mit Steinen bauen

Text: Joachim Ritter
Photos: Koji Fujii / Nacasa & Partners Inc.

Die Natur und natürliche Effekte in das private Heim zu holen ist die Optimalvorstellung vieler Designer und Bauherren, die jedoch schnell an der Realität des städtischen Umfeldes scheitert. Zuviel Stadtraum und Verkehr und zu wenig Eigenleben. Es sei denn, der Garten wird zum integralen Bestandteil der Wohnung und die Fenster in der Hauswand werden durch eine halbtransparente Glaswand ersetzt. Dann kann selbst die Stadt zur Grünanlage werden. Ein Zukunftsmodel?

Nichts bietet mehr visuelle Spannung und gleichzeitig natürliches Ambiente als Licht-/Schatteneffekte, die durch die Sonne generiert werden. Die natürliche Referenz des Menschen als Tier sind die Lichtspiele durch das Blattwerk von Bäumen und das Spiel der Sonne im Wasser. Ein Konzept, das diese Wünsche beinhaltet, klingt kaum nach Fenstern im Normenformat, sondern nach großen Glasflächen. Doch hier beginnt das Problem, denn Gläser gelangen irgendwann an ihre konstruktiven Grenzen. Die Lösung schien vor 40 Jahren geschaffen. In den 70er Jahren war der sogenannte Glasbaustein ein durchaus beliebtes Bauelement. Doch schien die Zeit damals noch nicht reif für einen gestalteten Umgang und rasch wurde der eher unbeholfene Einsatz von Tristesse und Ablehnung begleitet und der Glasbaustein das Beispiel einer Modeerscheinung. Doch gekonnt eingesetzt bietet der Glasbaustein durchaus Vorteile und eben das, was wir als Menschen mögen: Viel Licht, eine Semitransparenz in beide Richtungen, aber auch die Möglichkeit natürlicher Lichteffekte, die einerseits strukturiert erscheinen, aber dennoch Freiraum bieten. Letzteres scheint durchaus von Bedeutung zu sein. Denn einerseits ist ein Wohnhaus und das private Umfeld auch der Ausdruck einer individuellen Struktur und Ordnung; andererseits brauchen wir eine gewisse zwanglose Verspieltheit, die wir durch die Lichteffekte im Glas erzielen können. Wir brauchen die Privatheit und das Gefühl unbeobachtet für uns zu sein, und doch ist es der Blick nach draußen, den wir psychologisch lieben, um nicht das Gefühl des Gefangenseins zu spüren und die natürliche Einordnung zu gewährleisten. Dieses sind Gegensätze, die logisch betrachtet unauflösbar scheinen und doch zu realisieren sind. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr.99

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