16. Okt 2015

Nr. 99 – Kreatives Tageslicht

Sept/Okt 2015

Stadtleben im Grün
Wer im Glashaus sitzen will, sollte nicht mit Steinen bauen
Text: Joachim Ritter
Die Natur und natürliche Effekte in das private Heim zu holen ist die Optimalvorstellung vieler Designer und Bauherren, die jedoch schnell an der Realität des städtischen Umfeldes scheitert. Zuviel Stadtraum und Verkehr und zu wenig Eigenleben. Es sei denn, der Garten wird zum integralen Bestandteil der Wohnung und die Fenster in der Hauswand werden durch eine halbtransparente Glaswand ersetzt. Dann kann selbst die Stadt zur Grünanlage werden. Ein Zukunftsmodel?

Das Versprechen
Natürliches Licht zur Hochzeit! Was sonst?
Text: Joachim Ritter
In einer Welt von Dynamik und Farbigkeit bleibt der Regenbogen noch immer irgendwie etwas Besonderes. Er beinhaltet Gelassenheit, Ruhe und Souveränität nach gerade beendeten düsteren Zeiten. Wenn er erscheint, vermag er bei den Betrachtern immer ein Lächeln hervorzulocken. Und obwohl er die Farben aufweist, die jede Technik mit RGB nachzustellen vermag, bleibt ihm sein Alleinstellungsmerkmal gewiss, denn er braucht das Tageslicht und die natürlich Konstellation des Gegensatzes zwischen Sonne und Regen, die sich ein Versprechen geben. Ein Thema, wenn nicht das Thema für eine Hochzeitskapelle.

Asketisch
Die Sancaklar Moschee in Istanbul kommt mit wenig Ornamenten aus und lebt von einfallendem natürlichem Licht
Text: Joachim Ritter
Der Mensch braucht den Prunk und das Ornament, wenn Tristesse das Leben dominiert. Doch liebt er die Ruhe und die Einfachheit, wenn Überfluss und Hektik die Normalität darstellen. Sakrale Bauten sind das gängigste Angebot der Gesellschaft eben das zu finden, was wir außerhalb des gesellschaftlichen Lebens missen, um uns zu finden und besinnen.

Verändern, obgleich sich nichts verändert
Über das Spiel mit der Wahrnehmung
Text: Joachim Ritter
Wenn man sich einen Spiegel vor das Gesicht hält, versucht man sich selbst aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten oder zu erkennen. Und obgleich man sich selbst nicht ändert, kann es passieren, dass man doch etwas Neues in sich entdeckt. Alles ist also eine Frage des Standpunkts und der Sichtweise. Auch einem Raum kann man den Spiegel vorhalten, um sich zu erkennen…

Licht für die Seele
Text: Augusto Ramalhão
„Licht für die Seele“ – im Laufe der Geschichte wurde oft behauptet, dass Licht und Seele ein und dasselbe sind. Und um ehrlich zu sein, könnte man sich dem Thema aus verschiedenen scheinbar antagonistischen Perspektiven annähern, weil sie weder falsch noch inkorrekt wären. Dieses anspruchsvolle Thema verlangt einen aktiven Geist sowie eine umfassende, wenn auch subjektive Herangehensweise. Der Schwerpunkt des Beitrags ist deshalb ein Versuch, Erkenntnisse aus diesem Thema zu gewinnen und eventuell eine andere Logik betreffend der Berufspraxis – oder eine neue Lichtdesignmentalität – anzuregen.

Naturdarstellungen durch künstliches Licht
Text: Neda Vedadian
Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, unterschiedlichen Alters und verschiedener Kulturen reagieren oft beeindruckt, wenn sie über flirrende Dünen auf das Meer blicken oder wenn sie einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben. Es ist, als ob das Licht magische Kräfte besitzt, welche unser Leben hoffnungsvoller und glücklicher machen können. Dieser Beitrag diskutiert, wie das Medium Licht mit dem menschlichen Wohlbefinden korreliert und dabei für angenehme Erlebnisse sorgt und positive Gefühle unterstützt.

Energie vs. Gesundheit?
Muss der Stellenwert integrativer Lichtplanung in Planungsprozessen bei fortschreitender städtebaulicher Verdichtung neu überdacht werden?
Text: Arne Hülsmann, Peter Andres beratende Ingenieure, Hamburg
Die städtebauliche Verdichtung nimmt zu, politische Klimaziele verschärfen die Energiediskussionen zu Beginn der Planung – da ist es wichtig, dass dem Tageslicht ausreichend viel Aufmerksamkeit zukommt. Damit eine ausreichende Tageslichtversorgung bei Planungsaufgaben einen ausreichend hohen Stellenwert bekommt und nicht von einer fehlgeleiteten Energiediskussion in ‚Geiselhaft‘ genommen wird, ist ein Umdenken bei der Planung von Gebäuden erforderlich. Dieses Umdenken kann nur erfolgen, wenn Tageslicht als Qualität, als Mehrwert wahrgenommen wird.

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