14. Aug 2015

Nr. 98 –Dynamische Interpretationen

Jul/Aug 2015

Flower power
Garten im Licht – eine moderne, dynamische Blumenwiese
Text: Joachim Ritter
Der Begriff Flower-Power stammt aus den späten 1960er und frühen 1970er Jahren und beschreibt das Lebensgefühl der Hippie-Bewegung. Im Rahmen der friedlichen Demonstrationen gegen den Imperialismus seiner Zeit und insbesondere den Krieg in Vietnam dienten Blumen als Symbol des passiven Widerstands und der Gewaltlosigkeit. Im Allgemeinen schenken Menschen einander Blumen zum Geburtstag, zur Hochzeit und sogar bei Beerdigungen und einige Menschen glauben, dass unterschiedliche Blumen besondere Bedeutungen haben. Was für eine Macht – oder Kraft – haben Blumen wirklich? Machen sie uns glücklicher? Die Blumen im Einkaufszentrum Plaza Norte in Lima haben in jedem Fall einen Glücksgefühl ansteckenden Charakter.

Ein visueller Hauch
Medienfassade am Gebäudekomplex Mondeal Square in Ahmedabad, Gujarat/IND
Text: Joachim Ritter
Ahmedabad ist global nicht unbedingt als Hub der modernen Welt bekannt. Und selbst versierte Historiker werden nicht sofort wissen, dass Ahmedabad der Ort war, an dem sich Mahatma Gandhi nach seiner südafrikanischen Phase zunächst niedergelassen hat und auch seinen legendären Salzmarsch des passiven Widerstandes startete. Aktuell steht der Ort erneut vor einem Aufbruch, einem Weg in die moderne Zeit. Das bedeutet auch frischer Wind für Architektur und Technik, ein typischer Fall für eine Medienfassade. Doch dieses Beispiel weist eine besondere Qualität auf.

Die neue Dynamik
Interaktive Lichtbrunnen-Installation auf dem Marktplatz in Lahti/FIN
Text: Joachim Ritter
Der Marktplatz einer Stadt ist seit jeher der Inbegriff für Dynamik und hat eine zentrale Bedeutung. Hier spielt sich das Leben der Gemeinschaft ab. Hier trifft man sich zum Handel; hier tauscht man Informationen und Meinungen aus. Hier wird oftmals auch Politik gemacht. Mit dem Einzug des Versandhandels und der Shoppingmalls außerhalb des Stadtzentrums brauchen zentrale Stadtplätze neue Attraktionen, um die Bürger anzulocken. Dynamische und interaktive Lichtinstallationen sind ein probates und modernes Tool.

Funktionale Lichtkunst
Die Lichtkunstinstallation „Dolmen Light” im Hondsrugtunnel in Emmen/NL
Text: Joachim Ritter
Es ist so, wie es immer ist: “Wofür brauchen wir das”, werden die Älteren unter uns sagen und “das haben wir doch früher auch nicht gebraucht”! Stimmt das wirklich? Haben wir es nicht eigentlich schon immer gebraucht, nur aus Mangel an den technischen Möglichkeiten einfach nicht gehabt?

Der schmale Grat
Aufwertung oder Manipulation durch gestaltetes / dynamisches Licht
Text: Joachim Ritter, Christopher Cuttle, Regina Lausell,
Deborah Burnett, Heinrich Kramer
Modernes Lichtdesign wird nicht einfacher, sondern komplexer. Um exakt zu sein, war Licht schon immer komplex, doch nun wissen wir, welchen Vorteil Licht für uns als Menschen bringen kann…oder aber welchen Schaden…oder aber welche Manipulationsmöglichkeiten! Galt Licht bis dato ausschließlich als Stimmungsaufheller, weiß man nun, dass Licht in der Schule und am Arbeitsplatz auch leistungsfördernd wirken kann und im Handel zum Kaufen „verführen“ soll. Können wir also mit Licht den freien Willen des Menschen ausschalten? Wo ist die Linie des Erlaubten? Oder ist diese Möglichkeit nur die Phantasie von Pessimisten und Nörglern? Fünf Positionen im Überblick.

Dunkelheit
Text: Michael Hawkins
Im Laufe der Geschichte hat der Mensch rund die Hälfte seines Lebens in niedrigen Helligkeitsstufen, sprich im Schatten, verbracht. Heute werden wir selten von Dunkelzonen umgeben und selbst unsere Nächte werden von elektrischem Licht überflutet. In der Vorzeit des elektrischen Lichts waren die Nächte voller Gefahren und Ängste. Trotzdem waren die dunkleren Stunden des Tagesverlaufes auch gemeinschaftsfördernd. Die Menschen haben sich bei der Dunkelheit zusammengefunden. Unsere Augen haben sich so entwickelt, dass wir uns an den Schatten oder gar die Dunkelheit anpassen können. Forschungsstudien legen nahe, dass wir dadurch gesünder sind.

Biophiles Lichtdesign
Eine natürliche Alternative
Text: Ioannis Ladopoulos
Der Begriff „Biophilie” stammt von den altgriechischen Wörtern βίος ‚Leben‘ und φῐλίᾱ ‚Liebe‘ ab und kann daher als „Liebe zum Leben“ frei übersetzt werden. Wenn wir uns nicht gut fühlen, suchen wir die Natur auf, weil diese uns hilft zu entspannen oder unseren Körper und Geist stärkt. Die Natur war schon immer unser Zufluchtsort und wir sind ständig Zeugen der vielen Demonstrationen ihres Ausmaßes und ihrer Herrlichkeit.

—-

Möchten Sie diese Ausgabe bestellen, klicken Sie hier.

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

avatar

©2018 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany