01. Jan 2012

Nr. 80/81 – Lichtdesign ohne Leuchten

Dez 2011/Jan 2012

Mehr als eine Illusion. Das Einkaufszentrum Galleria in Cheonan/ROK bietet Besuchern eine lebhafte und anregende Umgebung.
Text: Joachim Ritter
Einkaufszentren übernehmen eine äußerst wichtige Funktion: es sind Orte, an denen Menschen aufeinander treffen, sich verabreden, essen und trinken gehen, ihre Konsumbedürfnisse erfüllen oder einfach nur von Schaufenster zu Schaufenster flanieren. Ein Einkaufszentrum ist nicht zwingend ein kommerzieller Ort; Architekten haben die Möglichkeit, an die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Besucher anzuknüpfen und deren Erfüllung zu unterstützen. Dabei gehen die Interpretationen der Architekten bezüglich des Nutzens von Einkaufszentren über Effizienz und Rentabilität hinaus.

Organisch. Die Novamed Polyklinik in Zagreb/CRO überzeugt mit einem für medizinische Einrichtungen sehr außergewöhnlichen Lichtdesign
Text: Dean Skira, Sandra Lindner, Deborah Burnett
Projekte in Gesundheitseinrichtungen sind eine große Herausforderung für Lichtdesigner. In der zeitgenössischen Bauphilosophie sollen medizinische Einrichtungen meist so gebaut werden, dass sie so wenig institutionell wie möglich wirken. Das Lichtdesign kann dabei einen wesentlichen Beitrag leisten. So soll es nicht nur eine reine Sehaufgabe haben, höchste Sicherheit und visuellen Komfort bieten und die Aktivitäten von Personal und Patienten fördern, sondern vor allem auch eins: positive Emotionen erzeugen!

Der Placebo-Effekt. Eine Apotheke in Athen/GR, die Wirkung zeigt
Text: Petros Dermatas
Der britische Architekt Kenneth Frampton schreibt im Vorwort seines Werkes „Moderne Architektur“, dass keine andere Hauptstadt dieser Welt eine so große Akzeptanz für moderne Architektur zeigt wie Athen. In Wirklichkeit besteht die griechische Hauptstadt aus endlosen Reihen undifferenzierbarer Wohngebäude, wovon die meisten nicht mehr als sechs Stockwerke haben. Dies ist vor allem auf ein Gesetz zurückzuführen, das den Bau von Häusern untersagt, die die Sicht auf den Parthenon einschränken könnten. Das entstehende Stadtbild ist dementsprechend monoton. Die Apotheke „Placebo“ in Glyfada, einer der nobelsten Vororte Athens, unterbricht diese architektonische Monotonie mit einem außergewöhnlichen Fassadenkonzept.

Unter den Straßen Down Under. Straßenunterführung in Canberra/AUS
Text: Emrah Baki Ulas
Im Oktober 2011 besuchten die britische Königin Elisabeth II und der Herzog von Edinburgh Canberra für eine zehntägige Australienreise. Empfangen wurden sie dort mit einer eigens für sie programmierte Lichtinstallation an der Kings Avenue, einer Straßenunterführung, die vom internationalen Flughafen direkt ins Zentrum der australischen Metropole führt. Blau, weiß, rot – wie die Farben der britischen Flagge leuchtet es ihnen entgegen. Ob die Lichtdesigner an die Königin dachten, als sie sich für die LED Beleuchtung entschieden, bleibt dahin gestellt.

Gestalttheorie
Text: Anusha Muthusbramanian
Im aktiven Prozess der visuellen Wahrnehmung suchen das Auge und das Gehirn nach Reizen, die mit den biologischen Bedürfnissen zusammenhängen, die für Ordnung sorgen und so die Lesbarkeit der Umgebung ermöglichen. Ein Teil des visuellen Wahrnehmungssystems des Menschen befasst sich mit der dynamischen Tendenz, das gesehene Umfeld automatisch zu organisieren, um den Gleichgewichtssinn  aufrecht zu erhalten, wenn das Auge visuell überlastet wird.

Die Bedeutung des Zeichnens im Lichtdesign
Text: Anastasia Skipetari, Steffen Nijhus
Zeichnungen stellen ein wichtiges Hilfsmittel für Lichtdesigner dar. Sie dienen nicht nur zur visuellen Kommunikation, sondern fördern zudem das räumliche Verständnis. Der Schwerpunkt liegt meistens auf Zeichnungen zu Präsentationszwecken. Diese dienen als Mittel, um Ideen zu kommunizieren – um technische Gestaltungsaspekte auszuarbeiten oder um die geplante visuelle Wirkung zu verdeutlichen.

PLDC 2011 in Madrid. Die Lichtbranche vor dem Aufbruch
Text: Joachim Ritter
Schon zwei Jahre vor einer Veranstaltung zu definieren, welches Gesamtmotto eine zentrale Aussage sein würde und adäquat wäre, ist nicht wirklich eine leichte Aufgabe. Umso beruhigender ist es, wenn der Slogan der PLDC 2011 in Madrid punktgenau beschreibt, wie sich die internationale Lichtdesignbranche aktuell fühlen darf, nämlich in Aufbruchstimmung…

Internationales Flair trifft auf Kleinstadtcharme: Alingsås 2011
Text: Sandra Lindner
Eigentlich ist Alingsås ein ruhiges und beschauliches Städtchen, 50 Kilometer nordöstlich von Göteborg. Doch alljährlich fünf Wochen im Herbst kommen Besucherströme aus aller Welt in die schwedische Kleinstadt, irren Studentengrüppchen in uniformen Winterjacken durch die Straßen, klettern auf Bäume, hängen an Häuserfassaden… Das kann nur eins bedeuten: Es ist Zeit des Workshops von „Lights in Alingsås“!

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