05. Aug 2010

Nr. 72 – Tageslicht in Museen

Jun/Jul 2010

Brandhorst Museum in München/D
Ein Kunstwerk für Kunstwerke
Text: Arup Lighting
Bei der Konzipierung von Beleuchtungsanlagen für Museen und Galerien muss eine Balance zwischen der Erhaltung der ausgestellten Werke und dem vom Besucher zur Betrachtung benötigtem Licht gefunden werden. Zudem bestimmen zunehmend Leihverträge zwischen den Galerien strikt über die erforderliche Beleuchtungsstärke und die Dauer der Ausleuchtung. Es bedarf eines ideenreichen und erfahrenen Ansatzes, um gewährleisten zu können, dass die Museen und Galerien dem internationalen Standard entsprechen und gleichzeitig dem Besucher einen ästhetischen Anreiz bieten.

Neues Akropolismuseum in Athen/GR
Kunst real und unverfälscht
Text: Arup Lighting, Alison Ritter
Es ist zwar nicht eins der sieben Wunder der antiken Welt, aber die Akropolis in Athen würde wahrscheinlich von jedem Schulkind erkannt und von Außerirdischen als Standort der wohl berühmtesten Ruinen des blauen Planeten erkannt werden. Unter Architekten und Lichtdesignern wird der Parthenon, selbst die bedeutendste noch bestehende Struktur des Antiken Griechenlands, oft als gutes Beispiel für Tageslichtarchitektur zitiert, was praktisch zwingend die Konsequenz zur Folge hatte Tageslicht als primäre Lichtquelle für die Exponate im Neuen Akropolismuseum zu planen. Doch eigentlich ging es sachlich betrachtet darum antike Kunst in den Lichtverhältnissen darzustellen, wie sie schon vor 2600 Jahren präsentiert wurde: Völlig natürlich und unverfälscht.

Gestalten mit Tageslicht
Licht im öffentlichen Raum
Text: James Carpenter
In jedem Moment treten um uns herum Lichtphänomene auf und jeder Moment ephemeren Lichts beeinflusst unsere bewussten und unbewussten Beobachtungen. Es sind die Ablenkungen unserer städtischen Umgebung, die unsere Fähigkeit, diese Phänomene wahrzunehmen, unterdrücken. In den vergangenen vierzig Jahren habe ich als Künstler angefangen, dann mit Glas gearbeitet und Filminstallationen und Licht untersucht, danach mit Glasforschern und Herstellern und dann schließlich mit Ingenieuren und Architekten zusammengearbeitet. In dieser Zeit habe ich einen Ansatz entwickelt, in dem Tageslicht als öffentliche Ressource angesehen wird. Meine Firma James Carpenter Design Associates und ich wenden unsere gesamte interdisziplinäre Erfahrung bei dem Design von ganzen architektonischen Projekten an.

Museen im Wandel
Die Renaissance des Tageslichts
Text: Prof. Dr. Heinrich Kramer, FPLDA
Bekannte Kunstsammlungen und Museen ziehen Touristen an und steigern so die Einnahmen einer Stadt. Beispiele hierfür sind das Louvre in Paris, das Rijksmuseum in Amsterdam, das britische Nationalmuseum in London, der Prado in Madrid, das Guggenheim in New York, die Uffizien in Florenz, das Nationalmuseum in Kairo und viele mehr. Daher haben viele Städte ihre Museen erweitert oder gar neue gebaut. Doch nicht nur die Architektur hat sich im Laufe der Zeit gewandelt, auch die Einstellung zum Licht ist in der modernen Betrachtung eine andere.

LED-Light-District Frankfurt: Die Light + Building 2010
Eine Branche in Trance
Text: Joachim Ritter
Allgemein war zu erwarten, dass die Light + Building 2010 anders sein würde als bisherige Ausgaben. Wirtschaftskrise einerseits und das LED-Thema andererseits machten Hoffnung und Sorgenfalten gleichzeitig. Doch war das ganze Ausmaß der LED-Euphorie in dieser Massivität schon überraschend, wenn nicht überwältigend. Das Thema ließ die zweifelsohne bestehende Krise in den Hintergrund rücken, man könne auch sagen, dass viele vor der Realität die Augen verschlossen haben und die LED zum Hoffnungsträger hochstilisiert wurde. Doch ob diese den Markt so hell leuchtet, wie viele es versprechen, muss sich noch zeigen. Denn erstaunlicherweise sind selbst führende Hersteller im technischen Detail grob fahrlässig…

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