20. Sep 2009

Nr.68 – Kulturbauten

Sept/Okt 2009

Ein Lichtdrama in drei Akten
Das Königliche Schauspielhaus in Kopenhagen/DK
Text: David Müller
„Die Welt ist eine Bühne“, philosophiert Shakespeare. Als sein Werk Hamlet zur Eröffnung des neuen Kopenhagener Schauspielhauses aufgeführt wurde, war allen Anwesenden klar: Und was für eine! Diese Bühne ist etwas wahrhaft Einzigartiges. Das Lichtkonzept
für das königliche Theater entwickelte Jesper Kongshaug. Für den Dänen, der seinen Zugang zum Lichtdesign über die Bühnenbeleuchtung erlangt hat, war es das bisher größte architektonische Projekt. Er verwandelte die architektonische Struktur in ein Drama in drei Akten: Außenbereich, Foyer und Auditorium nutzte Kongshaug als Bühnen, um dort nicht nur Lichtlösungen zu finden, sondern um Szenarien mit Referenzen aus Natur und Umwelt zu schaffen. Der Rest ist Genuss und Schweigen!

Meteorit im blauen Käfig
Danish Radio Konzerthaus: Ein weiteres großes Kulturprojekt in Kopenhagen/DK
Text: Prof. Susanne Brenninkmeijer
Der Bau des Konzerthauses für den dänischen Medienkonzern Danish Radio in Kopenhagen/DK lehrt uns unter anderem, dass Architekt Jean Nouvel auch Romane liest. Wie der vom Himmel gefallene Meteorit aus Peter Høegs Buch „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ sollte der große Konzertsaal aussehen. Nicht vom Himmel, sondern aus allen Wolken fielen die Bauherren, denn die Kosten des nun teuersten Konzerthauses der Welt verdoppelten sich während der Bauphase. Ob diese Investition sich ökonomisch gelohnt hat wird sich noch herausstellen. In jedem Falle ist Kopenhagen nach dem Bau des Opernhauses und dem neuen Anbau der Königlichen Bibliothek nun um einen weiteren Kulturbau und einen weiteren Architektur-Diamanten reicher. Die Lichtbranche hat ein neues Projekt des Lichtkünstlers Yann Kersalé zu bestaunen, aber auch kontrovers zu diskutieren.

Facettenreich wie ein Diamant
Museum der Islamischen Künste in Doha/QA
Text: David Müller
Der 92-jährige Architekt Ieoh Ming Pei hat in seiner langen Karriere schon viele nennenswerte Projekte gebaut. Doch das Museum der Islamischen Künste in Doha, Katar, war für den US-Amerikaner etwas völlig Neues. Keine Kosten und Mühen wurden gescheut, um an die Küste der Stadt am persischen Golf ein Juwel zu setzen. Für die Lichtplanung des Außen- und Innenbereichs des Museums waren die Büros Fisher Marantz Stone und Isometrix verantwortlich. Konnten sie dem Rohdiamanten Peis den verdienten Feinschliff geben?

Light Emitting Dreams
Lebensträume aus Licht: LEDs als Zukunftsvision
Text und Bilder: Sam Neuman
Die „Zukunft“ der Beleuchtung ist ein Thema, das mich schon immer interessiert hat. Dieser Beitrag ist die Entwicklung eines Themas, dem ich mich des Öfteren widme. Es ist auch ein Stück persönlicher Gedanken, das Ideen hervorbringen soll von jedem, der an Licht und der urbanen Umgebung interessiert ist. Durch logische Schlussfolgerungen wird der Beitrag versuchen, sich vorzustellen, welche Entwicklungen stattfinden werden und wie die elektrisch beleuchtete Welt in 25 Jahren aussehen könnte. Um dem Beitrag eine Basis zu geben habe ich Recherche betrieben und an einem Workshop mit anderen Lichtdesignern teilgenommen. Ziel war es, realistische und vernünftige Möglichkeiten vorzustellen. Einige dieser Ideen sind wahrscheinlich nicht so realistisch und vernünftig! Der Beitrag ist ein Lichtdesigner-Blog, der in 25 Jahren, also 2034, geführt wird. Er soll Einblicke in verschiedene Zukunftsszenarios und mögliche Projekte gewähren.

LichtKunst mit KunstLicht
Über die Geschichte, Entwicklung und die Bedeutung von Licht in der Kunst
Text: Herbert Cybulska
Die Technik und Ideologie der Bühnenbeleuchtung hat längst Einzug in die Architekturbeleuchtung gehalten, die hier auch ihren Ursprung hat. Die Inspiration der architektonischen Lichtplanung durch die Lichtkunst ist bekannt. Die Beeinflussung der Lichtkunst durch die Architektur- und die Bühnenbeleuchtung ist offensichtlich. Diese Zusammenhänge und ihre Entwicklung beschreibt der Lichtdesigner mit künstlerischer Neigung und Erfahrung Herbert Cybulska. Seinen beruflichen Ursprung hat er im Bühnenlicht und ist somit interdisziplinärer Repräsentant der drei großen Lichtthematiken.

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