25. Okt 2017

Nr. 107 – Öffentliche Beleuchtung 4.1.0.1


LICHTDESIGN

Aufstrebend
D’Leedon Wohnanlage in Singapur/SG.

Text: Alison Ritter
Photos: Hufton+Crow

Was kommt dabei raus, wenn man ein visionäres Architekturbüro mit einem erfahrenen und renommierten Lichtdesigner zusammenbringt? Ein perfektes Ergebnis. Eine einfache Gleichung, könnte man meinen, aber das Projekt D’Leedon in Singapur war eine Herausforderung auf vielen Ebenen – nicht nur horizontal und vertikal gemeint. Was das Planungsteam erreicht hat, ist ein außergewöhnliches stadtbildprägendes Kondominium, das nicht nur ein Zeichen der kommenden Zeit, sondern ein Fallbeispiel eines ganzheitlichen Planungsansatzes der heutigen Zeit ist. Dabei war der Planungsworkshop bereits im Jahr 2008.

 

Besser als das Original
LEDs statt Kerzen in der Schlossanlage Versailles: Moderne Sparflammen für den einstigen Prunk Frankreichs.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: LEA, Xavier Boymond

Als der berühmteste und mächtigste aller französischen Könige Mitte des 17. Jahrhunderts seine riesige Schlossanlage Versailles vor den Toren von Paris errichten ließ, war der sogenannte Sonnenkönig, Ludwig XIV., auf den Höhepunkten seiner 72 Jahre dauernden Regentschaft angelangt. Im gigantischen Schloss und in den prächtigen Gartenanlagen lud er zu leuchtenden, pompösen Festen mit riesigem Hofstaat ein. Dafür war er bekannt. Allabendlich mussten mühsam überall hunderte Laternen und Kerzen angezündet werden. Heute ist die Anlage zum einen Teil der prägenden Geschichte Frankreichs und zum anderen unverzichtbares Weltkulturerbe. Partys und Kerzen sind nun Vergangenheit. Und die derzeit in der Umsetzung befindliche moderne Beleuchtung der Anlage zeugt aktuell von der Nutzung als Museum und Garten für die Allgemeinheit.

 

Wo die Sonne den Mond trifft
Eine Sonnenfinsternis für einen Park und ein Park für ein Quartier – in London/GB.

Text: Jo-Eike Vormittag, Joachim Ritter
Photos: Speirs + Major, James Newton, Bell Phillips Architects

Im urbanen Außenraum rücken Gebäude auf Kosten von Grün- und Parkflächen immer mehr in den Fokus der Stadtentwicklung. Jeder noch so kleine Platz wird genutzt, um Bestehendes zu erweitern oder gleich Neues zu bauen, anstatt dem Wohn- oder Geschäftsraum einen Park als kontrastierenden Garant für mehr Lebensqualität gegenüberzustellen. Aber fallen dieser Besetzung wirklich alle Flächen zum Opfer? Nein. Eine weltweite, von unbeugsamen Architekten und Stadtplanern zusammengesetzte Bewegung hört nicht auf, der grenzenlosen Bebauung Widerstand zu leisten. Das Ergebnis sind wenigstens sogenannte kleine „Pocket Parks“ (auf Deutsch sinngemäß „Taschenparks“), die aus den wenigen urbanen „toten Winkeln“ gärtnerisch gestaltete, aufleuchtende Flächen machen – zum Ausgehen, Erleben, Lichttanken oder Durchatmen.

 

Oxygen Katar
Oxygen Park, Education City, Doha/QA.

Text: Alkestie Skarlatou
Photos: Markus Elblaus

Spätestens seit der Entscheidung über die Fußball WM in Katar im Jahr 2022 wissen wir, dass die Bedingungen für sportliche Aktivitäten in dieser geografischen Zone unter die Kategorie „extrem“ fallen und sportliches Treiben auf die nächtlichen Stunden verschoben werden sollte. Geringere Temperaturen jedoch müssen mit künstlichem Licht erkauft werden. Für die moderne Lichtanwendung bedeutet das ein besonderes Konzept für besondere Kunden und Extrembedingungen für Lichttechnik.

 


PLANUNGSPRAXIS

Licht und Natur – ein wertvolles Element für Menschen
Die Sonne der unbegrenzten Möglichkeiten geht auf.

Text: Mark A. Carlson
Photos: Avalon Lighting Design, Gambino Landscape Lighting

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich eine kleine Bewegung entwickelt, welche die Natur als positiven Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden anpreist. Das macht alles natürlich Sinn, aber die westliche Medizin hat bisher noch keinen Schwerpunkt aus dem Thema gemacht. Zurzeit bereiten sich viele darauf vor, eine entsprechende Dokumentation der regenerativen Vorteile zu erstellen. Dennoch ist wenig unternommen worden, um die Beziehung zwischen Licht, Natur und menschlicher Interaktion zu integrieren. Das ist für mich der Anlass, mich auf die Zukunft dieser Bemühungen zu freuen.

 


INNOVATION

Luminophor geht vor
Mehr Sicherheit für „sanfte Mobilität“ – ein lumineszierendes Versuchsprojekt in Polen.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Strabag

Fahrräder haben keinen leichten Stand im Straßenverkehr. Es gilt vermeintlich das „Recht des Stärkeren“, also des Automobils, welches dem Zweirad signifikant überlegen ist. Vor rund 100 Jahren, als das Fahrrad noch Massenverkehrsmittel war, doch der motorisierte Individualverkehr vor dem Durchbruch stand, nahm diese Entwicklung seinen Lauf. Fahrräder wurden zu einem Hindernis für Automobile, weshalb sie in der Folge immer stärker auf gesonderte Radwege verdrängt wurden. Doch Fahrräder sind wieder im Kommen und das Recht des Fahrrads wird gestärkt. In Polen wird seit einem Jahr im Norden des Landes ein autark leuchtender Sonderweg für Radfahrer und Spaziergänger getestet.

 


FORSCHUNG

Tod eines Handlungsweisenden?
Forscher entwickeln effizientere Straßenkreuzungen mit Zuteilung von Zeitnischen.

Quelle: MIT
Grafiken: MIT

Eine internationale Forschungsgruppe des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) und des Nationalen Forschungsrats (CNR) in Italien haben Straßenkreuzungen mit einer Zuteilung von Zeitnischen entwickelt, welche herkömmliche Ampelanlagen ersetzen, Verzögerungen im Straßenverkehr wesentlich reduzieren, Verkehrsmuster effizienter machen und den Kraftstoffverbrauch verringern könnten.

 

Licht für die Plätze des Herzens
Virtual-Reality-Studie von Zumtobel: Psychologische Lichtwirkung im städtebaulichen Kontext.

Text: Carina Buchholz

Unsere Umgebung, die wir primär über das Licht wahrnehmen, beeinflusst unsere Gedanken, Emotionen und unsere physischen Reaktionen auf ganz entscheidende Weise, egal ob wir uns im Grand Canyon oder in einer überfüllten Innenstadt aufhalten. Colin Ellard, der Neurowissenschaftler und Leiter des Urban Realities Laboratory an der Universität Waterloo, hat deshalb seinem aktuellen Buch den Titel „Places of the Heart – The Psychogeography of Everyday Life“ gewidmet. Inspiriert durch Ellards Erfahrungen hat Zumtobel die zukunftweisende Virtual-Reality-Methodik für die psychologische Lichtanwendungsforschung im Außenraum getestet. Dabei wurde das neue Outdoor-Leuchtenportfolio in den urbanen Kontext des Ludwigsplatzes in Darmstadt/DE integriert. Die Validität dieses empirischen Zugangs konnte nachgewiesen werden. Über ganzheitliche Licht- und Gestaltungskompositionen wird der Mensch psychologisch im nächtlichen Außenraum unterstützt

 


KOLUMNE

Humanes Energiesparen
Fakeargumente und was wirklich dahinter steckt.

Text: Joachim Ritter

Erneut wurde in diesem Jahr ein Nobelpreis für eine Arbeit vergeben, die für die Lichtqualität von Bedeutung ist. 2014 waren es unter anderen Shuji Nakamura für die Forschung der blauen LED, die der Glühlampe den schleichenden Tod brachte. Das Sparen an Energie war und ist seither das Hauptargument für den Siegeszug der LEDs. Bisher. Und nun wurde erneut die Arbeit von Wissenschaftlern mit der wohl höchsten internationalen Auszeichnung versehen, die aus anderen Gründen dem Lichtmarkt zu mehr Bedeutung verhelfen kann.

 


MARKT

Ästhetik der Morbidität
Moderne Lichttechnik von Luce&Light für den Museumskomplex Gardone Riviera.

Historische Gemäuer passen sehr wohl mit moderner Lichttechnik zusammen. Durch die Miniaturisierung der Lichtquelle sind die Leuchten nahezu unsichtbar. Große Effekte sind nun mit kleinen Tools möglich.

 

Wie von Geisterhand
Ein leuchtender Hohlraum in Stein gemeißelt.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Simes

Betonwände stehen für Fläche, Robustheit, Stabilität, und Durchgängigkeit. Beton ist der wohl bedeutendste Baustoff unserer Zeit. Aus Beton werden massive Blocksteine, Bauteile und Fassaden geformt. Wie soll Licht – begrenzt wie es seit jeher ist – jemals durch solch ein künstlich hergestelltes Gesteinsgemisch dringen? Gar nicht. Es sei denn der „Stein“ bekommt Risse, Spalten oder Löcher …

 

Tiefenwirkung
Die Inszenierung mit Ettlin Lux lässt bei BMW tief blicken.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Büro Monaco

Es kommt auf jeden Millimeter an. Bauteile müssen passgenau sein, dürfen sich nicht verziehen oder von ihrer Bestimmung abweichen. Die Kolben eines Automotors müssen exakt in den  vorgesehenen Zylinder laufen, um für Antrieb zu sorgen. Das erfordert genaueste Planungen, dreidimensionale Zeichnungen und Entwürfe auf Millimeterbasis. Beim Autohersteller BMW weiß man das seit 100 Jahren; die Bayerischen Motoren Werke stellen den Motor als Herzstück allein in ihrem Namen heraus. Die Geschichte ihrer Motoren wird im eigenen Museum gezeigt, für dessen neues Lichtdesign sich Ettlin von der filigranen Motorentwicklung inspirieren ließ.

 

… UND VIELE WEITERE THEMEN!


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