Projektbeteiligte:


Auftraggeber: Engelbert Stockholm
Innenarchitektur und Innenraumgestaltung: Christian Halleröd
Lichtdesign: ÅF Lighting, Kai Piippo (verantwortlich),
Lina Färje (Projektleitung), Karolina Hahn

23. Mrz 2014

Nordische Lichtprinzipien am Beispiel eines Juwelierladens in Stockholm/S
Wärme aus dem Norden

Text: Moritz Gieselmann
Photos: Sten Jansin, Brendan Austin

Der Mitteleuropäer assoziiert mit dem Norden als erstes Schnee und Kälte, Eis und Finsternis. Eindrucksvoll widerlegt wird dieses Vorurteil mit der Eröffnung eines Juwelierladens in Stockholm, bei dem klassisches Design und modernste Lichttechnik, gestaltet nach den Prinzipien des „New Nordic Lighting“, zu einem warmen und freundlichen Meisterstück kombiniert werden.

Was bewegt uns bei einem bestimmten Schaufenster zu verweilen, ein anderes aber, das ein ähnliches Angebot präsentiert, zu ignorieren? Das erste Motiv ist sicher ein grundsätzliches Interesse am präsentierten Angebot, das zweite schon die Gestaltung der Auslage, und hier kommt dem Licht eine wesentliche Rolle zu.
Unwillkürlich reagieren wir auf Licht, und zwar auf Helligkeit und auf Bewegung. Ohne dass wir es wollen und ohne dass es uns bewusst wird, schauen wir zum hellsten Ort in unserem Gesichtsfeld. Genauso unwillkürlich reagieren wir auf Bewegung, auf bewegtes Licht. Daher reagieren wir auf Lichtreflexe, auch auf Reflexe auf einem Schmuckstück in einem Schaufenster. Der Mensch ist im Prinzip immer in Bewegung, seien es auch nur Kopf- oder Augenbewegungen. Die Wahrnehmung ist daher immer ein dynamischer Prozess. Das statische, begrenzte Bild ist eine Abstraktion, die es in der Realität so nicht gibt.
Wenn man also eine Auslage im Blickfeld hat, daran vorbeischlendert und ein Reflex auf einem Schmuckstück kurz unser Auge trifft, gibt das einen unbewussten, aber trotzdem starken Impuls, unsere Aufmerksamkeit dem Auslöser dieses Reizes zuzuwenden.
Wenn das die Schaufensterbeleuchtung kann, ist die Aufmerksamkeit eines potentiellen Kunden geweckt. Die ausgestellte Ware sollte so beleuchtet sein, dass sie in all ihrer Vielfalt, in all ihren Details von Materialien, Formen und Texturen zur Geltung kommt, dass die Sorgfalt in Entwurf und Ausführung des präsentierten Schmuckstücks wahrnehmbar wird. Das Licht muss modellieren, die Plastizität der Objekte unterstreichen, die Brillanz hervorheben. Es muss die Farben optimal zur Geltung bringen und muss auf der visuellen Ebene schon ein Gefühl der Haptik vermitteln. Wenn der interessierte Passantjetzt zum Kunden werden soll, muss er die Schwelle überschreiten. Um ihm die uns allen innewohnende und mehr oder weniger ausgeprägte Schwellenangst zu nehmen, muss das Geschäft übersichtlich sein. Der Helligkeitskontrast zum Außenraum darf nicht zu groß sein und Blendung ist auf jeden Fall zu vermeiden.
Im Geschäft in den Vitrinen gelten die gleichen Regeln wie für die Schaufenster. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 92
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