01. Feb 2013

No. 86 – Transparenzen

Jan/Feb 2013

Flaschengeist und Nachhaltigkeit. TVZEB in Vicenza/I
TVZEB in Vicenza/I
Text: Joachim Ritter
Natürlich wollen wir Energie sparen oder ein Nullenergiehaus schaffen und nachhaltig sein. Aber müssen wir deshalb im Müll wühlen? Ja wir müssen. Denn Müll ist kein Abfall, sondern wertvoller Rohstoff, den es zu entdecken gilt. In vielen Teilen unserer Erde ist dieses noch fremd, aber Beispiele gibt es nun zu genüge. Wie man mit alten Plastikflaschen und einer Menge Grips ein Nullenergiehaus schaffen kann, wollen wir hier zeigen. Nebenbei ist Licht ein zentrales Element, was im Überfluss vorhanden ist und nur richtig gesteuert werden muss. Licht ist zwar kein Müll, aber er ist doch ebenso im Überfluss vorhanden und wir müssen ihn nur schätzen lernen.

Augsburger Kiste. Kongress am Park in Augsburg/D
Text: Joachim Ritter
Das Kongresszentrum „Kongress am Park“ ist eine multifunktionale Veranstaltungsstätte in Augsburg. Das klingt zunächst zeitgemäß, lässt aber in Anbetracht der Baukultur zu der Zeit der Ersterstellung auf Tristesse schließen. Das Kongresszentrum wurde 1972 von dem renommierten Architekturbüro Max Steidel (Augsburg) fertig gestellt. Die Zeit gilt als Hochphase des Bauens mit Sichtbeton. Der Baustoff galt seinerzeit als modern, kostenbewusst und flexibel. Das sind die positiven Eigenschaften. Sichtbeton kann auch in Tristesse und Brutalität ausarten. Das Kongressgebäude in Augsburg allerdings steht mittlerweile sogar unter Denkmalschutz.

Die Wolke. UBS-Bankhalle in Genf/CH
Text: Joachim Ritter
Wenn wir über Tageslicht reden, verbinden wir in den seltensten Fällen auch Wolken damit. Dabei gibt es doch kaum jemanden, der bei Betrachtung der Formen der Wolken keine Ästhetik empfindet – zumindest wenn es sich um so genannte Cumulus-Wolken handelt. Diese treten zumeist bei strahlendem Sonnenschein auf, also dann, wenn wir im Sommer durchaus den Schatten schätzen, den diese Wolken uns kurzweilig spenden. Und wenn wir von biologisch anregendem, dynamischem Licht sprechen, dann ist oft auch eine Cumulus beteilig

Materielle Abgeklärtheit. Maßgeschneiderter Schallschutz und bewegende Lichteffekte
Text: Joachim Ritter
Eine gute Lichtplanung zeichnet sich dadurch aus, dass der Planer auf die Besonderheiten im Raum eingeht. Klima, Akustik und Licht stehen deshalb immer in einem sehr engen Verhältnis und bedingen einander. Der ursprüngliche Ansatz der finnischen Künstlerin Ilona Rista ist die Akustik. Mit dem Konzept Schall schluckender Wände aus Holz hat sie sich darauf spezialisiert, künstlerisch in die Architektur und Raumatmosphäre einzugreifen. Als Nebeneffekt entstehen dabei visuelle Reizpunkte voller Ästhetik.

Alleskönner LEDs? Eine kritische Betrachtung
Text: Prof. Susanne Brenninkmeijer
Seit ihrer Erfindung haben Weißlicht-LEDs sich in großen Sprüngen entwickelt. Täglich gibt es Neuigkeiten über steigende Effizienz, bessere Farbwiedergabe und sinkende Kosten. Obwohl nur zehn Prozent der gesamten Lichtlösungen aus LED bestehen, zeigen die Hersteller auf den weltweiten Messen zu 90 Prozent LEDs und daran angepasste Produkte. Diese Vielfalt ist eher verwirrend als anregend.

Der Nix-Faktor. Über den Stellenwert des/r Lichtdesigners/in. Beobachtungen eines Außenstehenden
Text: Joachim Ritter
Der Lichtdesigner ist für die Lichtbranche der Hoffnungsträger. Eine gesunde und nachhaltige Entwicklung braucht den ausgebildeten hochwertigen Spezialisten für bewusst gestaltetes Licht. Doch die Realität sieht aktuell anders aus: Obwohl alle über Lichtdesign reden, ist doch die Marktdurchdringung und die Einsicht für die Notwendigkeit für besseres Licht nur auf der Oberfläche vorhanden. Das ist ein Erfolg des Marketings: Lichtdesign hört sich hochwertiger an als Lichtplanung. Doch die Zukunft bietet noch viel Potential zur Entwicklung. Wir stehen erst am Anfang einer notwendigen Entwicklung für besseres Licht.

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