Projektbeteiligte:

Auftraggeber: PCK Raffinerie Schwedt/DE

Architektur: Obermeyer Planen + Beraten GmbH

Lichtgestaltung: Lichtvision; www.lichtvision.com

Leitung: Raoul Hesse

18. Okt 2017

Ein fensterloser Kontrollraum einer Raffinerie in Berlin/DE mit Blick nach außen.

Text: Jo-Eike Vormittag, Joachim Ritter
Photos: Oliver Voigt, Lichtvision


Was Prof. Dr. Till Roenneberg und andere Studenten in dem Bunkerexperiment, welches in den 1960er-Jahren stattfand, für wenige Wochen erlebt und nachgewiesen haben, ist in einigen Bürofunktionen quasi das tägliche Leben. Die innere Uhr des Menschen und die Anforderungen an das Licht der Büroarbeitsplätze von Kontrollräumen passen einfach nicht zusammen. Doch was nicht zusammenpasst, wird passend gemacht. Und das mit den Möglichkeiten unserer modernen Lichttechnik.

Wir haben schnell Bilder und Assoziationen im Kopf, wenn wir an Bunker denken: Tristesse, Unbehagen, Verlorenheit oder gar Folter. Seltsamerweise muten wir uns diese Gefühle in unserer zivilisierten Gesellschaft im Ansatz zu, wenn es um bestimmte Arbeitsplätze geht. In der Vergangenheit sicherlich aus Unwissenheit. Ihre Faszination auf uns generieren Bunker indes durch verschiedene Faktoren, auch weil sie Insassen und die nähere Umgebung um sich herum schützen können, sich aus diesem Grund aber auch von letzterer abschirmen. Der Bunker, pardon, Kontrollraum der deutschen PCK Raffinerie in Schwedt bei Berlin/DE ist typisch fensterlos, wie viele andere Kontrollräume auch.

Kein Tageslicht dringt herein, dicke Außenwände und Sicherheitstüren riegeln ab, er ist feuerfest und explosionssicher. Eine dunkle und triste Angelegenheit, könnte man meinen. Doch wäre es dann auch ein Arbeitsort – so ganz ohne vernünftige Beleuchtung oder einen Bezug nach außen –, der keinem Mitarbeiter aus gesundheitlichen Gründen langfristig zumutbar wäre. Die Prozesse in diesem Kontrollraum müssen jedoch unentwegt laufen, weshalb auch insgesamt sechs Teams in drei Schichten rund um die Uhr an den 26 Arbeitsplätzen im Einsatz sind, die also wissen wie es ist, einen Bunker als Arbeitsplatz zu nutzen, und weshalb die große 1000 Quadratmeter umfassende Halle schließlich eine wohlwollende, zum Teil natürliche Modernisierung erfuhr.

Bezogen auf andere Renovierungsprojekte steht dabei weniger der bauliche Aspekt, sondern sichtbar die Lichtgestaltung im Vordergrund, die viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Es ist teils neuestes Wissen, teils noch immer in Ansätzen ein Experiment, da wir noch nicht genügend, geschweige denn alle Faktoren für Wohl und Gefühl sowie die Effekte des zugegebenermaßen künstlichen Lichts auf den Menschen kennen. Was wir wissen ist, dass wir Lösungen finden müssen, um Schaden von den Mitarbeitern abzuwenden. HCL hin oder her, hier geht es um Grundbedürfnisse und ein Mindestmaß an Qualität.


Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 106 sowie in unserer PLD magazine App (iPad App Store).


 

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