08. Sep 2017

„Forms in Space…by Light (in Time)” im Museum Tate Britain/GB bestand aus rund zwei Kilometern Neonleuchten.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: Dusty Sprengnagel/Alexander W.


Es sieht aus wie ein mit Licht in die Luft gemaltes, abstraktes und riesiges Kunstwerk, dessen eindrucksvolle Lichtspuren nur dank moderner Digitalfotografie sichtbar werden. Es füllte den leeren langgezogenen Raum der „Duveen Sculpture Galleries“ im „Tate Britain“, dem Museum für Kunst in London/GB, doch war in Wahrheit keine Lichtkunst, die, wie für solche sogenannten „Light Paintings“ oder „Light Writings“ üblich, lediglich durch eine Fotografie zu sehen ist, sondern eine tatsächliche Lichtinstallation.

Von März bis Mitte August hing das Werk mit dem Namen „Forms in Space…by Light (in Time)” von Künstler Cerith Wyn Evans auf einer Länge von fast 100 Metern in den hohen, tonnengewölbten Decken der in England bekannten Duveen Galleries, die als erste öffentliche Galerien zur Ausstellung von Skulpturen aller Art bereits 1937 öffneten. Aus fast zwei Kilometern Neonleuchten, aufgeteilt in drei Abschnitte, bestand die Skulptur. Die Leuchten wurden zu vielen verschiedenen Elementen verarbeitet: gerade Linien, geschwungene Kurven, Kreise oder Spiralen.

Als Anfangspunkt war ein einzelner neonleuchtender Ring markiert, von dem aus sich das verzweigte Lichtwerk in zwei weitere unterschiedlich geformte Scheiben weiterleitete. Für den Betrachter ergab sich ein magischer, hypnotisierender Anblick, wenn er in der historischen Umgebung der Galerie nach oben unter die hochgewölbte Decke mit Oberlicht schaute.

Ein Gewirr aus kurzen, langen, runden, geraden Neonröhren zeigte sich, formte Strukturen, die einer Sache ähnelten oder rein abstrakt gemeint waren, oder verlor sich in einem endlosen, verworrenen Lichtband. Konzentrierte man sich auf den großen Hauptteil der Installation, wirkte es wie ein verknotetes, weißleuchtendes Flechtwerk, welches zum Glück durch die klareren Formen in den Abschnitten am Anfang beziehungsweise Ende etwas mehr Struktur und Übersicht erhielt. Aufwendig mag die Herstellung eines solchen Lichtkunstwerks in jedem Falle sein; und dazu zählt auch – ganz gleich ob das Gebilde vom Künstler vorher geplant und testhalber aufgebaut wurde – das finale Werk mit all seinen Einzelteilen am Bestimmungsort von der Decke abzuhängen.


Design: Cerith Wyn Evans

Planung: Dusty Sprengnagel, Lukas Galehr

Produktion und Installation: Neonline Werbedesign


 

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