Text: Prof. Dr. Heinrich Kramer, FPLDA
Photos: Luc Laurent Bernard

05. Aug 2010

Museen im Wandel
Die Renaissance des Tageslichts

Bekannte Kunstsammlungen und Museen ziehen Touristen an und steigern so die Einnahmen einer Stadt. Beispiele hierfür sind das Louvre in Paris, das Rijksmuseum in Amsterdam, das britische Nationalmuseum in London, der Prado in Madrid, das Guggenheim in New York, die Uffizien in Florenz, das Nationalmuseum in Kairo und viele mehr. Daher haben viele Städte ihre Museen erweitert oder gar neue gebaut. Doch nicht nur die Architektur hat sich im Laufe der Zeit gewandelt, auch die Einstellung zum Licht ist in der modernen Betrachtung eine andere.

Die Erkenntnis, dass Licht Kunstwerke schädigen kann, führte zur Entwicklung von Lichtschutzvorschriften. Die von der ICOM (International Council of Museums) sind heute Grundlage aller Kunstverleiher und Versicherer. Diese Vorschriften haben die Neubauten und die Nachrüstung der bestehenden grundlegend beeinflusst. Besonders die Licht- und Haustechnik mussten sich neu orientieren. Inzwischen wird auch offenbar, dass solche Vorschriften eine sehr aufwendige technische Ausrüstung eines Hauses erfordern und nicht unbedingt zur Attraktivität der Museen für Besucher beitragen. Dies hat besonders zu einer neuen Einstellung zu Tages- und Kunstlicht geführt. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Museen im Wesentlichen mit Tageslicht beleuchtet. Dieses wurde über Oberlichter durch Raum bestimmende Glaslichtdecken oder Seitenfenster in die Ausstellungsräume geleitet. Eine Klimatisierung war nicht üblich. Die Räume hatten ein großes Volumen und dicke Wände mit gutem Speichervermögen. Eine geeignete Kunstlichttechnik war noch nicht verfügbar. Der 1946 gegründet International Council of Museums (ICOM) veröffentlichte zunehmend Empfehlungen zum Schutz von Kunstwerken. Die im Wesentlichen noch heute gültigen Licht- und Klimabedingungen lauten:
Die Kunstwerke werden gemäß ihrer Lichtempfindlichkeit in drei Klassen eingeteilt:

1. Licht unempfindliche Materialien (wie Metall, Stein, Glas und so weiter) keine Beschränkung in der Beleuchtungsstärke
2. Öl- und Tempora-Gemälde: 100 bis 150 Lux
3. Aquarelle, Papier, Photos und organische Materialien wie Leder,Textilien: 50 Lux.

Der Infrarotanteil darf zu keiner lokalen Erwärmung auf den Kunstwerken führen und der UV-Gehalt ist auf 75 Mikrowatt pro Quadratmeter zu begrenzen. Alle Anforderungen sind besonders schwierig vom Tageslicht wegen der sehr hohen Bestrahlungsstärke und den UV-beziehungsweise Infrarot-Anteilen im Spektrum einzuhalten. Außerdem ändert sich das Tageslicht ständig. […]

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 72

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