Projektbeteiligte:

Auftraggeber: HN Safal Developers + Goyal & Co.; www.hnsafal.com
Architekten: Blocher&Blocher; www.blocherblocher.com
Bautechnik: N K & Associates
Fassadengestaltung: BES Consultants
Fassadenbau: Glass Wall Systems
Lichtdesign und Videoinhalt: Atelier dada – Marie Ikram Bouhlel und Nirmit Jhaveri, mit Yagnesh Mistry und Rahul Mishra; www.atelierdada.com
VFX: Atelier dada – Sundar Mahalingam
Installation Fassadenbeleuchtung: BEPS und AHL
Installation Landschaftsbeleuchtung: BEPS

Verwendete Produkte:

Fassadenbeleuchtung: AHL, Meyer, Osram
Landschaftsbeleuchtung: Osram/Siteco, Simes, Arcluce, Unilamp,
GenLED, Neo-Neon

 

14. Aug 2015

Ein visueller Hauch

Text: Joachim Ritter
Photos: Atelier dada – Neha Mevada und Pratik Chandresha

Ahmedabad ist global nicht unbedingt als Hub der modernen Welt bekannt. Und selbst versierte Historiker werden nicht sofort wissen, dass Ahmedabad der Ort war, an dem sich Mahatma Gandhi nach seiner südafrikanischen Phase zunächst niedergelassen hat und auch seinen legendären Salzmarsch des passiven Widerstandes startete. Aktuell steht der Ort erneut vor einem Aufbruch, einem Weg in die moderne Zeit. Das bedeutet auch frischer Wind für Architektur und Technik, ein typischer Fall für eine Medienfassade. Doch dieses Beispiel weist eine besondere Qualität auf.

Ahmedabad ist eine der größten Städte in Indien und eine schnellwachsende Metropole. Der multifunktionale Gebäudekomplex Mondeal Square im Vorort Prahladnagar wurde entworfen, um das neue Gesicht der Großstadt zu unterstreichen. Gleichzeitig ist das Projekt ein gutes Beispiel für nachhaltiges Bauen: Die Vorhangfassade ist konstruiert, um Sonnenschutz zu bieten und reduziert so den Lüftungsbedarf im Gebäude. Zudem verfügen die beiden Hochhäuser über die größte Medienfassade Indiens. Abends werden die Fassaden mit Lichtbewegungen, Farbsequenzen oder sogar Silhouetten von animierten Figuren bespielt. Was kann man einer wunderschönen historischen Stadt im Westen Indiens schenken, die mit grellen Reklamewänden und sporadisch platzierten, überbeleuchteten Schildern überflutet wird und voller verglaste Gebäude, die Tradition und Kultur gar nicht berücksichtigen und kein Know-how bezüglich Tageslichtplanung oder Medienfassaden vorweisen? Die Altstadt Ahmedabads ist für ihre islamischen Fensterladen (Jali) und Hindu-Skulpturfassaden bekannt, Architektur-Traditionen, die zwar klimagerecht und kulturell faszinierend sind, aber durch das schnelle Wachstum der Stadt langsam aber sicher verloren gehen. Das Projekt Mondeal Square besteht aus zwei Bürohochhäusern mit zehn beziehungsweise zwölf Geschossen sowie einem zweigeschossigen Einkaufsbereich, die beiden Hochhäuser verbindet. Die Lichtdesigner wurden vom Bauherrn und von den Architekten beauftragt, eine statische monochromatische Beleuchtung in die Fassade zu integrieren. Ein einfacher Wunsch, der trotzdem ein umfangreiches technisches Fachwissen erfordert. Das Team von Atelier dada folgte einem kreativen Ansatz und entschied sich dafür, die Sonnenschutzkonstruktion, die sich über die 5000 Quadratmeter Fassadenfläche erstreckt, als Basis zur Integrierung von energieeffizienten linearen LED-Leuchten, welche die erforderliche Flexibilität für subtile Animationen ermöglichen würden. Und einen weiteren Hinweis hat das Lichtdesignteam von den Architekten erhalten. Denn die vorgelagerte Parklandschaft sollte in der Fassade seine Fortführung und Übergang finden. Dieses betrifft insbesondere auf die Beleuchtung zu: wie eine Brise, die durch den Park treibt, das Licht sanft mit sich nimmt und auf der Fassade hinterlässt. Und noch etwas ist grundlegend anders verglichen zu vielen bekannten LED-Fassaden-Projekten, bei denen doch allzu oft die LED-Medien die Pfosten-Riegel-Struktur der Fassade aufnehmen und nachzeichnen. In diesem Fall ist das nicht so, zumindest erscheint es nicht so, denn die LED-Linien haben anscheinend eine eigene Anordnung, welche die Sonnenschutzkonstruktion visuell überlagert und damit eine gestalterische Eigenständigkeit im Lichtdesign erhält. Dieses ist es, welches eine Spannung erzeugt, einen Widerspruch, der aber gleichzeitig eine Ergänzung und Aufwertung der Fassadengestaltung darstellt. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr.98

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