17. Aug 2015

Ein „lebendes Objekt“

Photos: Marina Mellado, Lexus

Luz wurde entwickelt, um eine eindrucksvolle Allgemeinbeleuchtung im Innenraum zu liefern. Lichtstärke und Lichtfarbe reagieren auf Wetterbedingungen und Tageszeit und ändern sich entsprechend. Es handelt sich um ein „lebendes Objekt“ mit einem einfachen inneren Gehirn, durch das die Stimmung in einem Raum subtil aber wirkungsvoll verwandelt wird.

Luz besteht aus einem Alu-Ring mit T-Profil und zwei RGB LED SMD 5050 Streifen, die um den Kreisumfang umgewickelt sind: Der eine Streifen an der Außenseite des Rings, der andere an der Innenseite. Die LED-Streifen sind in das stranggepresste Aluprofil gedrückt und beleuchten die Wand innerhalb und außerhalb des Rings. Der Ring selbst ist leicht mittels zwei Schrauben an der Wand zu montieren. Die zwei kleinen Schlüssellochformen an der Rückseite der Leuchte werden über den Schrauben platziert und leicht gedreht. Somit ist Luz sicher an der Wand befestigt. Das schöpferische Denken hinter Luz stammt von Marina Mellado Mendieta. Nach einem Produktdesign-Studium in Spanien, während dessen sie als Bachelor-Austauschstudentin die Akademia Sztuk Pi knych (Hochschule für Aufbaustudien) in Gdansk sowie die Central Saint Martins College of Art and Design (Hochschule für Kunst und Design) in London besuchte, studiert sie nun Industriedesign (Master-Studiengang). Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Aufwertung der alltäglichen Aspekte des Lebens. Für Marina heißt das, die Fähigkeiten, die sie durch Produktdesign erlernt hat, mit kulturellen Einflüssen und Technologie so zu kombinieren, dass sie ein Gleichgewicht erzielt. Inspiriert wurde Luz durch Marinas eigene Erfahrungen, als sie für zwei Jahren in Nordeuropa lebte und in Gdansk studierte. Zum Winter hin wurden die Tage immer kürzer und das Wetter immer mehr von Wolken, Regen und Schnee bestimmt. Die Menschen wurden wegen des mangelnden Tageslichts dabei launisch oder traurig. Marina dachte viel über ihre sonnige Heimatstadt sowie über die körperliche und emotionale Wärme nach, die sie dort spürt und erlebt. Zu diesem Zeitpunkt fing sie an, das Konzept für eine Leuchte zu entwickeln, die mit der Natur interagiert und die Abgrenzung zwischen Innenraum und Außenraum auflöst.

„Ich wollte das Licht lebendig gestalten und die Wohnstätte mit Leben füllen“, erklärt die junge Designerin. Ursprünglich wurde Luz mit einem Durchmesser von 100 Zentimetern entworfen. Die Größe passt zu den meisten Wohnsituationen. Im Laufe der Konzeptphase mit Lexus, dem Designer Max Lamb und dem Hersteller wurde es Marina klar, dass es auch möglich wäre, die Leuchte mit anderen Durchmessern zu gestalten. In der Ausstellung „Lexus – A Journey of the Senses“ während der Milan Design Week 2015 wurden zwei Luz-Varianten präsentiert: Einmal mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern, die eine etwas intimere Lichtqualität für kleinere Wohnungen und Räume liefert, und eine Variante mit einem Durchmesser von 100 Zentimetern, bei der das Licht ein eher immersives Erlebnis erzeugt. In der Zukunft wird es auch möglich sein, eine weitere Version von Luz mit einem noch größeren Durchmesser herzustellen für den öffentlichen Raum oder im geschäftlichen Umfeld. Beide LED-Streifen sind mit einem Open Source Mikrocontroller verbunden, der Daten (Lichtstärke und Farbtemperatur) über die Außen raumbedingungen empfängt, die von einem Sensor in der Nähe des Fensters kabellos gesendet werden. Der Mikrocontroller umwandelt die Daten in RGB-Lichtfarben in beiden LED-Streifen. Bei bewölktem Himmel zum Beispiel wird das Licht hellorange und simuliert dabei die Sonne. Wenn es draußen düster ist, kann das Licht in einem erfrischenden Hellblau erscheinen. Zurzeit wird eine App entwickelt, die es dem Nutzer ermöglicht, die Lichtfarben je nach Wetterbedingungen zu ändern. Bilder könnten dann im Internet geteilt und Vergleiche mit Menschen aus aller Welt gezogen werden, die Luz in ihren eigenen vier Wänden anwenden und deren Umweltbedingungen und Emotionen völlig unterschiedlich sind. Bei dem Lexus Design Award 2015 war Luz der Sieger im Bereich Prototyp-Design.

Projektbeteiligte:

Design: Marina Mellado
Mentor: Max Lamb
Kooperation: Victor Mazón and Angel Azpicueta

www.luz.marinamellado.com

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