Projektbeteiligte:


Bauherr: Jerusalem Development Authority – Reuven Pinsky
Projektmanager: Ariel Municipal Company – Eduardo Hübscher
Lichtdesign: Concepto – Roger Narboni, Melina Votadoro, Florence Serre/F
Architekt Jaffator: Gaï Igra/IL

04. Apr 2012

Drei Religionen – ein Lichtmasterplan
Der Lichtmasterplan für die Altstadt von Jerusalem/IL

Text: Roger Narboni
Photos: Concepto

Seit frühester Zeit entschieden die Wasservorkommnisse über die Lage und Entwicklung der von Mauern umgebenen Altstadt Jerusalems. Ihre lange und weltbekannte Geschichte kann noch immer an der von Menschenhand geformten, sie umgebenden Landschaft abgelesen und verstanden werden. Die komplexe Verflechtung der von drei Religionen beherrschten Heiligen Stadt mit dem Land auf dem sie steht und der Topographie des Geländes verleiht der Altstadt Jerusalems ihren ganz besonderen Charakter und Charme. Die Anordnung und Form dieser geschichtsträchtigen Stadt mittels Licht nachzuzeichnen stellte für die Lichtdesigner vom Planungsbüro Concepto unter der Leitung von Roger Narboni eine große Herausforderung dar, die sie mit großem Engagement annahmen.

Die Altstadt Jerusalems war seit ihrer frühesten Geschichte Zeuge zahlreicher Kämpfe, Kriege und Eroberungen. Während ihrer langjährigen Geschichte wurde sie bereits zweimal zerstört, 23 Mal belagert, 52 Mal angegriffen und 44 Mal erobert und wieder zurückerobert.
Doch war sie jemals Gegenstand eines Lichtmasterplans? Nicht ein einziges Mal! Und auch heute noch ist sie Zentrum zahlreicher Konflikte. So wird die Stadt sowohl von der israelischen als auch von der palästinensischen Regierung für sich beansprucht. Die internationale Gemeinschaft erkennt sie nicht als Landeshauptstadt an und bei den Vereinten Nationen gilt sie als besetzt. Trotz dieser Konflikte ist sie zu einem beliebten Ziel für Pilger der drei monotheistischen Religionen geworden, die sich dort chronologisch entwickelt haben – bis heute.
Licht spielt in allen drei Religionen eine wesentliche Rolle. Im Judentum ist Gold das Symbol für das Göttliche oder für göttliches Licht. „Shesh” (Weiß) ist das Symbol körperlicher und geistiger Reinheit, da es als die „wahre” Farbe des Lichts betrachtet wird. Für Christen ist Gott das Licht der Welt, so hätten die Heiligen Drei Könige Jesus nicht gefunden, wenn sie dem Stern von Bethlehem nicht gefolgt wären. Im Christentum gilt Licht deshalb als Quelle des Vertrauens und der Orientierung. Feuer, vor allem in Form einer Kerzenflamme, repräsentiert beides: den Heiligen Geist und Licht. Im Islam ist Licht das Symbol für Wissen
und Glaube. Der Islam verehrt zudem die Farbe Grün, seitdem man sich das Paradies als einen Ort von saftigem Grün vorstellt. Bei dem Entwurf eines Lichtmasterplans für den historischen Teil der Stadt und seiner Mauer war es somit von großer Bedeutung, die nebeneinander existierenden Kulturen in gleicher Weise zu fördern und gleichzeitig den modernen Tourisus zu unterstützen. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 82.

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