05. Dez 2010

Ein Scott ist ein Mondrian in vier Dimensionen
Lichtkunst bei Deloitte in Kopenhagen/DK

Text: Joachim Ritter
Photos: Adam Mørk

Piet Mondrian ist ein Künstler, der seine Bilder zweidimmesional schuf. Steven Scotts Kunst basiert auch auf Farben und Flächen. Mit seiner Kunst im Kopenhagener Deloitte Gebäude allerdings überschritt er die bestehenden Grenzen der beschränkten Möglichkeiten Mondrians. Seine Kunst umfasst sieben Stockwerke im Innenhof des Verwaltungsgebäudes und hat darüber hinaus auch eine Zeitkomponente. Mondrian hatte halt nicht die Möglichkeit der farbwechselnden LEDs.

Trotz unzähliger Projektbeispiele, die international Jahr für Jahr fertiggestellt werden, kommt es äußerst selten vor, dass man aus tiefer Überzeugung zu der abschließenden Bewertung kommt, dass es eine perfekte Arbeit ist, ein gelungenes Projekt, welches zutiefst anspricht und nachvollziehbar funktioniert. Es ist ungewöhnlich, wenn man ein Projekt erlebt, an welchem man sich nicht satt sehen kann und das selbst nach Jahren nicht langweilt. Es ist ungewöhnlich eine Lichtinstallation zu erleben, die immer wieder neue Ansichten und Eindrücke liefert, ohne allerdings bunt zu sein, obwohl es eine dynamische Komponente hat und Farben eine bedeutende Rolle spielen. Es gibt ein solches Projekt. Und das Erstaunliche ist: Es ist bisher nur Insidern bekannt. Dabei wurde das neue Verwaltungsgebäude der Deloitte Gruppe in Kopenhagen schon 2005 fertiggestellt. Bemerkenswert wird das Projekt allerdings nicht nur durch die geniale Gestaltung und die perfekte Umsetzung, sondern auch durch die Tatsache, dass vor fünf Jahren schon farbwechselnde LEDs geplant und eingesetzt wurden, die – Achtung – heute noch fehlerfrei funktionieren, ohne Verlust an Qualität und in voller Funktion. Das war eine der Voraussetzungen der Bauherren für den Zuspruch dieser Technologie. Skepsis war seinerseits sicherlich angebracht, denn weltweit gibt es seither durchaus Beispiele gelungener Projekte, die jedoch mangels technischer Leistungsfähigkeit nicht mal zwölf Monate überstanden haben, ohne dass sich die Betrachter gefragt haben, warum denn die Beleuchtung ausgeschaltet wurde. Bei Deloitte also haben die Verantwortlichen alles richtig gemacht. Gottlob, denn als Betrachter empfindet man eine gewisse Dankbarkeit für das Werk, an dem man sich nicht satt sehen kann, weil es inspiriert, beruhigt, erweitert oder reduziert, jeden individuell anspricht und wirkt wie man es gerade braucht – wie ein Filter für überzogene Hektik und gezwungene Technikverliebtheit. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 74

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