Kommentar: Lichtdesigner sein oder nicht sein! Das ist hier die Frage!To be or not to be … a lighting designer! That is the question

05. Mai 2011

Lichtdesigner sein oder nicht sein! Das ist hier die Frage!

Text: Joachim Ritter

Kann man Lichtdesign erlernen – und woher weiß man, ob jemand qualifiziert ist, Licht zu gestalten? Eine Frage, die vor 20 Jahren auch schon gestellt wurde, doch heute bekommt man möglicherweise eine andere Antwort. Seinerzeit herrschte noch die Idee vor, dass die Fähigkeit des Lichtdesigns in die Wiege gelegt wurde.

Was vor wenigen Jahren noch undenkbar schien, ist aktuell das Topthema der Lichtdesignbranche: Anerkennung des Lichtdesigners für die Architektur.

Für den 6. April 2011 lud die IALD im Internet zum Webinar zum Thema “Anerkennung des Lichtdesigners für Architektur “ ein. Es ist derzeit das aktuelle Thema und massiv in der Diskussion. Die eigentliche Reaktion auf die erste Hälfte der Anfangsfrage wäre „Aber natürlich, das ist doch selbstverständlich“. Doch die Geschichte dahinter ist eine völlig andere, die Zeitspanne der Erkenntnis ist eine von Jahren, wenn nicht Jahrzehnten! Credentialising steht auch in enger Beziehung mit der Zertifizierung und der alles entscheidenden Frage, ob man Lichtdesign erlernen kann oder ob es eine Disziplin ist, die einem angeboren wurde. Das ist kein Scherz, das war noch vor wenigen Jahren die Überzeugung eines führenden Lichtdesigners (nicht der hier genannte).

Die erste PLD erschien im Frühjahr 1997. ‚Lichtdesign in der Architektur‘ war außerhalb von Nordamerika seinerzeit nichts anderes als Worte ohne Inhalt. Und doch war die Anerkennung des Lichtdesigners seinerzeit das erste Thema eines Pro und Contra Beitrages in der Nullnummer der PLD. Prof. Dr. Heinrich Kramer und Paul Marantz haben sich zum Thema Zertifizierung positioniert. Paul Marantz beschrieb seine Arbeitsweise der Konzeptionierung von Licht.
Zitat:
„…Letztendlich haben sich viele Begabte und erfahrene Köpfe an einen Tisch gesetzt, um gemeinsam herauszuarbeiten, welche Vorschläge „vom Gefühl her“ stimmig sind. Darauf gestützt kann der Entwurf jetzt technisch ausgearbeitet werden…Lichtdesign hatte sehr wenig mit abprüfbarenThemen zu tun, aber vielmehr mit Fähigkeiten, die ich über Jahre hinweg entwickelt habe. Wie das Licht sich im Raum bewegt, wie Materialien und Oberflächen diese Bewegung beeinflussen, wie Menschen emotional auf die sichtbaren Ergebnisse dieser Lichtbewegung reagieren…wie ich dem Bauherren diese Ideen kommunizieren kann“. Paul Marantz schließt mit dem Kommentar ab: „Ich weiß nicht, wie man diese Elemente prüfen kann.“

Zitat Ende. Lichtdesigner wurde man demnach durch Erfahrung und Gefühl.

Das ist in der heutigen Zeit nicht wirklich anders, wenn man die Erfahrung als Maßstab betrachtet. Allerdings wurden in den letzten 17 Jahren Studiengänge aufgebaut und etabliert, welche die Grundlagen des emotionalen Verständnisses von Lichtdesign vermitteln. Auf dieses Wissen aufbauend müssen Lichtdesigner dieses Erlernte noch immer in der Praxis umsetzen. Und auch dieses ist ein Lernprozess. Neu ist im Jahre 2011, dass Lichtdesign nunmehr als nur eine wissenschaftliche Komponente hat. War dieses vor 17 Jahren ausschließlich die Lichttechnik, die akzeptiert war, wissen wir nun, dass auch die Medizin eine wissenschaftliche Komponente darstellt, die für Lichtdesign von Bedeutung ist. Diese Komponente repräsentiert die Gefühlsebene, die vor 20 Jahren ausschließlich das „Bauchgefühl“ der Lichtdesigner beschrieben hat.

Was will ich mit meinen Ausführungen sagen? Lichtdesign ist mehr als nur Lichttechnik. Dieses ist bewiesen mit der Entdeckung des Rezeptors im Auge des Menschen, demiPRGC, intrinsic Photoreseptiv Gaglion Cell, der direkten Verbindung zwischen Licht, Umwelt und Hirnanhangsdrüse, die unsere chemischenProzesse steuert. Wie sonst, wenn nicht mit der Definition von Credentials will man den Unterschied von weniger wissenden Planern in der Branche und ausgebildeten Fachkräften deutlich machen? Wie will man den Beruf des Lichtdesigners offiziell anerkennen lassen, wenn dieser nicht von anderen Bestehenden abgegrenzt und definiert wird fehlt eine Definition der wesentlich benötigten Fähigkeiten und Kompetenzen?

Das ist kein Prozess, der in wenigen Wochen abzuwickeln ist. Auch wird der Prozess des Aussortierens zwischen Lichttechniker und Lichtdesigner für einige Planer schmerzlich sein. Denn es wird deutlich werden, dass nicht alle Lichtdesigner sind, die sich aktuell als solche bezeichnen.

Wenn Credentialing in der Tat das Ziel ist, muss ein System noch gefunden werden, das die Erteilung von Credentials (Berechtigungsnachweis) rechtfertigt. Berufsverbände wie RIBA (Royal Institute ofBritish Architects) bestehen darauf, dass ihre Mitglieder regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen und eine bestimmte Anzahl von Punkten pro Jahr ansammeln. Nur dann darf ein RIBA-Architekt die Buchstaben RIBA nach dem Namen benutzen. Jedes professionelle RIBA-Mitglied ist selber dafür verantwortlich, seine gestalterischen und geschäftlichen Fähigkeiten und Kompetenzen aufrechtzuerhalten und zu erweitern.
Sind die Berufsverbände für Lichtdesigner in der Lage damit umzugehen?

To be or not to be … a lighting designer! That is the question.

Text: Joachim Ritter

Can anyone learn how to design light – and how do you know if a person is qualified to design light? This is a question that was asked 20 years ago, although today the answer may well be different than two decades ago. Back in those days there were people around who believed that lighting design was a kind of innate gift.

What appeared to be unthinkable just a few years ago is now the talk of the lighting design community: CREDENTIALING FOR ARCHITECTURAL LIGHTING DESIGN.

On 6. April, 2011 the IALD issued an invitation to join an online webinaron the topic of CREDENTIALING FOR ARCHITECTURAL LIGHTINGDESIGN. This is a hot topic and currently being broadly debated. The right response to the first half of my question above should be: “Of course!” But the history behind this (obvious) answer is a long one and it has taken years, decades in fact, to be able to respond so spontaneously. Credentialising is closely related to certification and the all important question as to whether people can qualify to become lighting designers or whether the inherent skills are inborn. I am not joking, by the way, I know of one leading lighting designer (and I don’t mean the one mentioned below) who actually claimed he had been endowed with the gift to design light from birth…

The first PLD was published in spring 1997. ‘Architectural Lighting Design’ was little known outside North America at the time, and the term still required substantial explanation. But one of the first topics included in the very first issue was a Pro & Contra debate on how to recognize a qualified Lighting Designer. Prof. Dr. Heinrich Kramer and Paul Marantz gave their opposing opinions on certification. Paul Marantz described his approach to designing light as follows (I quote):

“…In the end many bright and experienced minds gather around the table and collectively agree which proposals “feel“ right, and the design can proceed to the technical solutions… lighting design has very little to do with items on a list that can be tested and assessed, and very much to do with the skills I have developed for understanding how light moves through a space, how materials and finishes alter this movement, how people react emotionally to the visible result or these light movements… and how Ican communicate these ideas to the design team and the client”. Paul Marantz concludes his comment with these words: “I don’t know how these skills can be tested…”.

End of quote. In other words, a person becomes a qualified lighting designer with experience and through feelings.

Taking experience as a yardstick, it is not much different today – except that in the last 17 years university programmes have been installed and established in which one can indeed learn the basics of the emotions that can be aroused or influenced through designed light. Lighting designers must build on this know-ledge and practice what they have learnt. This, too, is a learning process. What is new in 2011 – as opposed to 1997 – is that lighting design is acknowledged as having more than a scientific component. Seventeen years ago this scientific component was interpreted exclusively as lighting technology. Now we know that medicine and biology are also of significance for a lighting designer’s work. The latter components represent what was under-stood as emotional response to light or the gut feeling on the part of the lighting designer when deciding which lighting solution was the right one.

What am I actually getting at here? Lighting design is more than just lighting technology or engineering. This was proven with the discovery of the iPRGC, Intrinsic Photoreceptive Ganglion Cell, the direct connection between light, our environment and the pituitary gland, which controls the chemical processes within the human body. How can one make a difference between qualified, educated professionals and would-be lighting specialists (jump-on-the-bandwagon types, seethe article on page 42) other than via some kind of credentialing system? How can the lighting design profession achieve official recognition if there is no differentiation or clear definition of the skills and competences it requires?

This is not a process that can be dealt with and ticked as ‘done’ in a few weeks. The process of sorting the lighting engineers from the lighting designers will be painful for some planners, because it will become evident that not everyone who calls himself or herself a lighting designer is one. If credentialing is the goal, a system will still need to be found to warrant issuing credentials. Professional associations such as RIBA (Royal Institute of British Architects) insist on their members pursuing continuing professional development and accumulating a specific number of credits per year. Only then is a RIBA architect entitled to use the credentials RIBA after his/her name. Every RIBA professional is responsible for continuing to maintain and expand on design and business skills and competences.

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