Text: Tzur Barak
Photos: Tzur Barak

25. Okt 2013

Licht als Formgeber von Baustrukturen

Als Architekt, Produktdesigner und Künstler fördere ich die Forschung und die Kunst, die den Raum als Komposition von drei Einheiten fokussieren: Licht, Material und Raum. Jede dieser Einheiten verfügt über unterschiedliche Eigenschaften und spielt eine spezifische Rolle in der Gestaltung vom dreidimensionalen Raum. Diese Aufteilung in verschiedene Einheiten bringt neue Einblicke in der Gestaltung von dreidimensionalem Raum hervor. In meinen Kunstwerken nutze ich die drei Einheiten Licht, Material und Raum um eine künstlerische Botschaft zu vermitteln.

In diesem Rahmen versuche ich zum Ausdruck zu bringen, dass wir sehr wenig darüber wissen, wie unser Gehirn die Rolle des Lichts bei der Gestaltung von dreidimensionalen Phänomenen interpretiert. Darüber hinaus ist Licht in den letzten Jahren weit reichenden Änderungen unterworfen worden. Diese Veränderungen werden dazu führen, dass wir Räume komplett anders gestalten und nutzen werden. Das Licht wird sich letztendlich als Formgeber von Baustrukturen durchsetzen. Um diese Behauptungen darzulegen, werde ich zunächst meinen Ansatz von dreidimensionalem Raum als eine Komposition von Licht, Material und Raum erläutern.

Das Phänomen der Dreidimensionalität kann in Bestandteile kategorisiert werden, die sich wiederum in räumliche Merkmale aufteilen lassen, die abermals als Materialien und Elemente des Lichts angesehen werden können. Jedes dieser Elemente verfügt über unterschiedliche mathematische und physikalische Eigenschaften, entsteht durch unterschiedliche Prozesse und hat unterschiedliche Funktionen und Rollen. Zusammen bilden sie das räumliche Phänomen. Diese Elemente haben symbiotische Beziehungen, die nur schwer zu unterscheiden sind.
Das menschliche Auge nimmt das dreidimensionale Phänomen als ein System wahr. Um die Idee der Aufschlüsselung von räumlichen Phänomenen in Licht, Material und räumlichen Einheiten zu illustrieren, können wir einen einfachen Raum als Beispiel nehmen: Das Schlafzimmer. Die geometrischen Komponenten des Zimmers machen die räumlichen Einheiten aus – Länge, Breite und Höhe des Raums. Diese Art Raum ist normalerweise rechtwinklig. Seine materiellen Gegebenheiten sind Oberflächenstrukturen, welche die Geometrie zum Ausdruck bringen (und nicht das Material, aus dem die Wand hergestellt wurde), zum Beispiel Farbe und Tapete an den Wänden, Fliesen und Parkett auf dem Boden und Farbe an der Decke. Im Falle der Materialien ist die Oberfläche das Wichtigste. Vor allem interessiert uns, wie die Oberflächen auf Licht reagieren. Wie werden die Lichtstrahlen gelenkt, reflektiert oder in verschiedenen Nuancen und Lichtfarben gestreut. Das Licht des Raums besteht sowohl aus natürlichem Licht in Form von Sonnenlicht und künstlichem Licht in Form von elektrischem Licht. Das Element Licht basiert auf mathematischen wie biologischen Optikwerten und entsteht wenn sich Photone (Lichtteilchen) im Raum bewegen. Seitdem elektrisches Licht per Knopfdruck ein- und ausgeschaltet oder geändert werden kann, gilt es als das dynamischste der drei beschriebenen Elemente. Sollte der Raum über eine natürliche Lichtquelle in Form eines Fensters verfügen, wird sich das Lichtelement im Laufe des Tages und des Jahres ändern. Dieser Ansatz lässt sich zur gestalterischen Analyse jedes Raums – selbst im Falle hoch komplexer Räume – anwenden. […]

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