10. Feb 2015

Beobachtungen von Karl Albert Fischer

Rasche Entwicklung
Der Kongress dokumentierte den aktuellen Stand der LED-Technologie weltweit und zeigte erneut die rasante Entwicklung auf diesem Gebiet. Die Aussteller präsentierten Produkte mit überraschend neuer Lichtqualität – ein erfreuliches Erlebnis, wenn man bedenkt, dass diese Lichtquellen bald zur Haupt-Beleuchtung werden sollen. Farbqualität Was dabei immer stärker betont wird, ist nicht nur die Helligkeit oder Lichtausbeute der LED-Leuchtmittel, sondern eine laufend besser werdende Farbqualität. So lange ein LED-Spektrum noch stärkere Zerklüftungen und vor allem relativ hohe Blau-Anteile aufweist, gilt es für viele Fachleute der Lichtbiologie als noch nicht wirklich empfehlenswert – weil es zu weit entfernt ist vom homogenen Spektrum des natürlichen Temperaturstrahler-Lichtes (wie Halogenglühlampe oder Sonnenlicht selbst). Seit Monaten ist uns ein LEDSpektrum bekannt, das alles schlägt, was wir an LED-Spektralqualität bisher auf dem Markt gefunden haben: Eine Spektralkurve, deren Gleichmäßigkeit sich stark dem Tageslicht nähert, die nur einen kleinen Blaugipfel aufweist (und daher das Auge kaum mit dem „Blue Light Hazard“ gefährdet) und dennoch eine Farbwiedergabe-Richtigkeit von über 90 Prozent ausweist (CRI = 92).

Messbarkeit
Der Jammer für die Allgemeinheit ist nur leider dieser: Der spektrale Aufbau solcher neuer Kunstlichter kann von Fachleuten wie auch von Laien nicht mit dem Auge erkannt werden. Erst im Spektralmessgerät zeigt sich die exakte Farbenkurve. Auch wenn das Licht einer Lampe dem Auge subjektiv als warmfarbig erscheint, kann ihr Lichtspektrum dennoch einen höheren Blauzacken enthalten und dadurch dem Sehorgan laut Fachleuten der Lichtbiologie gefährlich werden.

Diskussionsschwerpunkte
-Biorhythmische und gesunde Lichtlösungen, die den Verlauf des natürlichen Tageslichts nachbilden, genannt von der Industrie „Human Centric Lighting“

-Veränderung von Farbtemperatur und Helligkeit – Techniken und Tools: Die Kombination von warm und kühlweißen LEDs ermöglichen es, die Veränderung von Farbtemperatur und Helligkeit individuell einstellen und programmieren zu können

-Mit LEDs zusätzlich zum dynamisch veränderlichen Weißlicht auch einen RGB-Farbraum darstellen. Faszinierende Farbinszenierungen und Lichtstimmungen – nicht nur durch RGB-Technik. Ein intensiver Informationsaustausch zu diesen Themen fand zwischen technischen Entwicklern der Industrie und Vertretern der Wissenschaft und Forschung statt. Aber wie steht es mit der Kommunikation zur praktischen Lichtgestaltung? Sehr bemerkenswert war in diesem Zusammenhang die folgende Episode: Auf meine Frage bei einem Workshop, als dort fachliche Gruppen eingeteilt wurden: „Wo sind denn die Lichtdesigner?“ wurde von einer Teilnehmerin geantwortet: „Ich glaube, Sie sind auf dem falschen Kongress“.

Dynamisches Licht
Was ebenfalls in Bregenz aufgefallen ist: Eine Vielzahl von Firmen bemüht sich um qualitativ hochwertiges Licht, vor allem aber auch um dynamisch wechselndes Licht, das dem Tagesverlauf folgt. Hier wird keineswegs mehr auf der vergleichsweise primitiven Basis von drei Farben (RGB) gearbeitet, sondern es sind bereits bis zu zehn einzelnen Farb-LEDs, deren Licht zu einem wesentlich kompletteren Lichtspektrum addiert wird – und dieses lässt sich natürlich durch Steuerung auch noch zeitlich modulieren. Ebenso hochentwickelt sind heute Linsen und optische Fokussiertechnologien, sei es in Glas oder Kunststoff, und weiterhin werden auch Reflektoren verbessert. Dass die Lichtmessung heute ein wichtiges Thema ist, beweist die Tatsache, dass auf diesem Kongress mindestens fünf Ulbricht-Kugeln verschiedener Größe zu sehen waren. Es gab auch ausgefeilte Robotersysteme, die es ermöglichen, eine Leuchte von verschiedensten Seiten und Winkeln zu messen. Lichtgüte ist also heute nicht mehr nur eine Frage der Technik, sondern des Willens, diese modernen Erkenntnisse auch tatsächlich anzuwenden. Das nächste LED professional Symposium findet vom 22. bis zum 24. September 2015 in Bregenz statt.

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