05. Mai 2011

Konsumtempelatmosphäre
Kastner & Öhler in Graz/A nutzt die modernen Möglichkeiten der Lichttechnik

Text: Joachim Ritter
Photos: Reinhard Vedder, München/D

Das österreichische Kaufhaus Kastner & Öhler in Graz/A ist wohl das, was man im Allgemeinen einen Konsumtempel mit Tradition nennt. Er ist verführerisch, hoch-wertig, elegant im traditionellen Sinn und spiegelt all das wider, was Karstadt, die insolvente deutsche Kaufhauskette nicht zu leisten vermochte. Dennoch: Das Licht als Teil des Konzeptes der Warenpräsentation verschwenderisch einzusetzen war nicht mehr zeitgemäß. Wie aber lässt sich der zunehmenden Schere zwischen notwendigen Einsparungen im Energiebereich und steigenden Anforderungen an eine ausgefeilte Lichtkomposition und -Inszenierung begegnen? Die Lösung ist eine moderne und detailgenaue Planung mit den neusten technischen Möglichkeiten.
Der besondere Anspruch des bekannten Handelsunternehmen Kastner & Öhler ist Tradition, die allerdings modern interpretiert wird. Auf 40.000 Quadratmetern bietet das Kaufhaus typische Angebote wie Damen- und Herrenmode, Accessoires, Parfümerie, Kosmetik, YoungFashion, Home, Kindermode und Spielsachen. Gestalterisch bedeutet dieses eine Rückbesinnung auf die Qualität der Warenhäuser zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Hinwendung zur Inszenierung und dem Wiederherstellen von Lichthöfen. Es gilt das Prinzip der großzügigen Erschließung, die zu einem hellen, freundlichen und zentralen Ort im Haus wird. Klare und übersichtliche Etagen bilden die Basis, gleichzeitig sehr wohnlich und atmosphärisch mit hohem Wohlfühlfaktor. Trotz Vielfalt und „Kleinteiligkeit“ kann das Haus nun mehr als Gesamtes verstanden werden. Diese Überzeugung der Firmenphilosophie über wirtschaftliche Anforderungen hinaus basiert auf den Gedanken, dass Kauflust ein emotionales Thema ist. Licht erhält damit eine zentrale Rolle, denn nichts prägt szenische Präsentationen mehr als dasLicht. Kastner & Öhler spricht sogar davon, eine so starke emotionale Stimmungen aufzubauen, dass damit die jeweilige Warenlandschaft den Kunden auch tatsächlich gefangen nimmt. Nun sollte diese Metapher nicht überstrapaziert werden, doch belegt es die Überzeugung und Erfahrung des Bauherrn, was mit intelligenter Lichtgestaltung geleistet werden kann. Es ist in jedem Fall eine Tradition, die sich bezahlt gemacht hat und in der modernen Betrachtung perfektioniert werden sollte. Der aktuelle Umbau des schon 1883 eröffneten Stammhauses am Grazer Hauptplatz zeigt nun, wie sich moderne Lichtdramaturgie sparsam und spannend zugleich verwirklichen lässt. […]

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 76

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