Kolumne: Joachim Ritters Blog: Michelangelo und der CO2-Ausstoß in China

04. Dez 2015

Rette mich, wer kann!

Text: Joachim Ritter

Moderne Beleuchtung spart Energie. Gerne definieren wie das auch in Einsparung von CO2-Ausstoß. So reduziert die neue Beleuchtung der Sixtinischen Kapelle ein CO2-Äquivalent von 25 Tonnen. Der ursprüngliche Ausstoß für die Beleuchtung der Sixtinischen Kapelle belief sich vor der Sanierung demnach auf 125 Tonnen pro Jahr. Alles natürlich unter dem Vorbehalt, dass die Software stimmt und die LEDs nicht in einer Rückrufaktion mit einem neuen Treiber ausgestattet werden müssen.

Ich muss gestehen, dass es mir schwer fällt, einen musealen Raum mit 25 Tonnen Schadstoffen pro Jahr in Verbindung zu bringen und mir wird ganz mulmig, wenn ich an andere bestehende Lichtinstallationen denke, sei es Museen, öffentliche Beleuchtung oder was auch immer.

Blog_CO2_CP _quer

Nur zum Vergleich: Die Welt produziert aktuell 50.000.000 Tonnen CO2 jedes Jahr. Das ist so viel wie 400.000 Sixtinische Kapellen einsparen könnten, wenn sie alle mit moderner Beleuchtung ausgestattet werden würden. Leider haben wir nicht derart viele Sixtinische Kapellen, deshalb sollten wir schnellst möglich um uns herum schauen, was uns ebenso heilig ist wie eben die Kunst des Michelangelo in Vatikanischen Museen.

Ganz im Ernst: wenn es uns nicht gelingt, den CO2-Ausstoß dramatisch und sofort zu reduzieren, ist die Kunst des Michelangelo unser geringstes Problem. Wie das aussehen könnte, war in der vergangenen Woche in Chinas Städten zu sehen. Und ganz plötzlich wird mir sehr sehr anschaulich deutlich, wie 25 Tonnen CO2 in unserer Umwelt aussehen.

Fazit: eine Sixtinische Kapelle reicht noch nicht, um in China Smog zu verhindern. Noch also gibt es viel zu tun.

 

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,212 seconds. Stats plugin by www.blog.ca