Kolumne: Ich bin (auch) Lichtdesigner

10. Feb 2015

Meine Karriere im Überblick

Text und Photos: Joachim Ritter

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich beschlossen, mich Lichtdesigner zu nennen. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit beleuchte ich mein Haus und unseren Vorgarten. Auch habe ich in unserer Wohnung einige neue Leuchten platziert. All meine Gäste fanden das Licht in meiner Wohnung gut und außerdem spare ich nun eine Menge Energie ein, weil ich LED-Lampen nutze, die sogar die Farbe wechseln können.

Meine Freunde waren sogar so begeistert, dass sie mich gefragt haben, ob ich nicht in ihren Wohnungen auch etwas verändern könnte. „Klar“, sagte ich im Scherz, „für Geld mache ich alles…“. Natürlich wollten all meine Freunde dafür bezahlen, versicherte man mir immer wieder. Ich habe also einige Fotos von Wohnungen meiner Freunde gemacht, die ich dann in Photoshop bearbeitet habe. Ich habe die Bilder verdunkelt und dann einige Aufhellungen platziert. Hier und da ein wenig Farbe. Einige Bilder habe ich mit gleicher Helligkeit, aber verschiedenen Farben wiederholt. Damit wollte ich dynamisches Licht darstellen. Es sah echt gut aus. Ich glaube, es hat meine Freunde überzeugt. Zumindest waren sie begeistert und sie wollten unbedingt, dass ich sofort in ihren Wohnungen neue Lampen einbaue. Einer meiner Freunde ist Unternehmer und er bat mich sogar sein Büro in ein neues Licht zu tauchen und bei der Gelegenheit einige Lampen für seinen Parkplatz auszusuchen. Das allerdings war mir zu viel. Deshalb habe ich diesen Bereich an einen Leuchtenhersteller gegeben, der für mich eine gut aussehende CAD-Zeichnung aufbereitet hat, die ich dann weitergeleitet habe. Mein Freund fand das gut. Denn immerhin kann er nun durch den Einsatz von LEDs 40% Energie einsparen. Ich habe das gerne gemacht und ein Pauschalhonorar von 1500 € erhalten. Eigentlich waren es 2000 €, aber ich habe mich auf 1500 € herunterhandeln lassen. Dafür jedoch musste er mir eine Referenz ausstellen. Diese habe ich auf meiner neuen Webseite genutzt. AR Lighting Design steht für Architektur Reality Lighting Design. Die beiden nächsten Projekte waren etwas größer. Aber immerhin hatte ich drei Projekte von vorne bis hinten betreut. Geholfen hat mit dabei die Planungsabteilung der Industrie. Um noch bessere Kontakte zu erhalten habe ich bei einem großen Hersteller ein Dreitagesseminar gemacht und sogar ein Zertifikat erhalten. Seit einiger Zeit habe ich mich auch in den Foren bei LinkedIn angemeldet und einige Kommentar abgegeben. Mittlerweile habe ich eine Menge Freunde und einige sind sogar Followers von mir. Letzte Woche habe ich sogar eine Einladung für eine Konferenz in New York erhalten. Leider kann ich nicht, denn ich habe mich für das „Festival“ in Alingsås als Workshopleiter angemeldet. Ich habe mich inzwischen bei einem Lichtdesignerverband beworben. Die drei Projekte hatte ich vollumfänglich erläutert und reichte die Unterlagen zusammen mit meiner Beitrittsanmeldung ein. Nun bin ich Mitglied in einem professionellen Lichtdesignerverband. Ich habe an der Hochschule nachgefragt, ob einige junge Planer nicht ihr Praktikum bei mir machen wollten. Nun habe ich zwei Mitarbeiter. Dann ist ein großes Projekt reingekommen. Das war mir zuviel. Deshalb habe ich eine Kooperation mit einem erfahrenen Lichtplaner geschlossen. Das Projekt sieht großartig aus und ist nun fertig, mit Medienwand und alles. Ich denke, ich werde es zu einem Award einreichen. Viele haben mir gesagt, das sei toll geworden. Ich denke ich werde gewinnen und dann bin ich endlich ein richtiger Lichtdesigner…

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