23. Mai 2016

Innovative Lösung in Rue Watt in Paris/F.

Grafiken: Sylvain Dubuisson
www.sylvaindubuisson.com
Photos: Emile Dubuisson
www.emilehyperiondubuisson.com

Unterführungen und Lichtskulpturen schienen lange Zeit nicht vereinbar zu sein. Doch wenn lange Tunnel neben Autofahrer auch Fußgänger und Radfahrer leiten soll, helfen Skulpturen zu trennen und zu beleuchten.

Rue Watt (Watt Straße) ist eine 150 Meter lange Unterführung für Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge unter dem Bahnhof Gare d’Austerlitz in Paris im 13ten Arrondissement. Gebaut im Jahr 1863 hatte die Unterführung im Laufe der Jahre ihr malerisches Erscheinungsbild allmählich verloren. Zur Gestaltung richtete die gemischtwirtschaftliche Gesellschaft SEMAPA einen Designwettbewerb aus: Die Unterführung sollte revitalisiert und in einen sicheren und attraktiven unterirdischen Durchgang umgestaltet werden. Gewinner war ein Planungsteam bestehend aus den Stadtplanern und Architekten Bruno Fortier, Jean-Thierry Bloch und Fernando Vega-Sanchez, dem Architekten und Designer Sylvain Dubuisson sowie das Lichtplanungsbüro Light Cibles.

Die Planung der Beleuchtung für das Projekt Rue Watt war komplex, da sie die technischen Anforderungen und Sicherheitseinschränkungen für Tunnel beachten musste. Um die funktionellen Anforderungen zu erfüllen, wird die eine Seite der Unterführung durch dimmbare Lampen beleuchtet, die je nach Tageszeit auf die gewünschte Beleuchtungsstärke eingestellt werden kann. Beim Betreten eines Tunnels hat der Mensch das Gefühl, dass er sich in ein schwarzes Loch begibt. Und wenn er den engen Raum verlässt, wird er vom hellen Tageslicht geblendet.

Die andere Seite der Unterführung hat eine Reihe von „Lichtskulpturen“ erhalten, die projektspezifisch von Light Cibles entworfen wurden. Die Lichtskulpturen in Form von Straßenlaternen umhüllt von ineinander verflochtenen Metallbändern sind entlang des Fußgängerweges positioniert. Die Windungen der Metallstreifen wurden mathematisch berechnet, um sicherzustellen, dass Passanten nicht geblendet werden. Leuchten sind im oberen Teil jeder Stele montiert und nach unten fokussiert, sodass sie Schatten der verflochtenen Metallbänder auf den Boden nachzeichnen. Die Lichtstelen sind in regelmäßigen, aber anscheinend zufälligen Abständen entlang des Wegs platziert. Sie halten den „Geist eines Ortes“ sowie den kinematographischen Charakter der Rue Watt fest, den sie inspiriert.

Diese Unterführung ist schon einmalig, da sie von einer außergewöhnlichen Charme geprägt ist, die auf dem Wechselspiel von Licht- und Schattenmustern, gekoppelt mit Eisenbahngeräuschen und einer relativen Leere beruht. Die zauberhafte und poetische Atmosphäre animiert die Menschen, die Unterführung zu nutzen, und fördert somit die Wahrnehmung von Sicherheit.

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