Text: James Carpenter

05. Aug 2010

Gestalten mit Tageslicht
Licht im öffentlichen Raum

In jedem Moment treten um uns herum Lichtphänomene auf und jeder Moment ephemeren Lichts beeinflusst unsere bewussten und unbewussten Beobachtungen. Es sind die Ablenkungen unserer städtischen Umgebung, die unsere Fähigkeit, diese Phänomene wahrzunehmen, unterdrücken. In den vergangenen vierzig Jahren habe ich als Künstler angefangen, dann mit Glas gearbeitet und Filminstallationen und Licht untersucht, danach mit Glasforschern und Herstellern und dann schließlich mit Ingenieuren und Architekten zusammengearbeitet. In dieser Zeit habe ich einen Ansatz entwickelt, in dem Tageslicht als öffentliche Ressource angesehen wird. Meine Firma James Carpenter Design Associates und ich wenden unsere gesamte interdisziplinäre Erfahrung bei dem Design von ganzen architektonischen Projekten an.

Der Wissenszweig des Künstlers ist der der Beobachtung und diese Beobachtung erzählt uns von der Welt, in der wir leben. Wenn es um Licht geht, dann hängt die Qualität des Lichts deutlich von der Spezifität des Ortes ab. Licht beinhaltet viele Informationen über unsere direkte Umgebung und unsere Fähigkeit, diese Information zu entschlüsseln, stimmt sehr stark mit dem Wissenszweig des Architekten überein, indem wir den Ort verstehen, die vorhandenen Tageslichtkonditionen auswerten und unser Wissen über die Materialien und Bauteile dazu verwenden, um uns das Licht zu nutze zu machen, sei es in Überfluss oder in geringen Mengen. Ziel ist es, ein Level ansichtbarer Phänomenologie aufzubauen, das wir dann in die öffentliche Wahrnehmung des Ortes einbeziehen können.Das Licht macht sich selbst erkennbar, indem es mit Materialien interagiert. Licht und seine Interaktion mit jeglicher Art von Material verzeichnet und präsentiert die Information, die das Lesen unseres unmittelbaren Kontexts bestimmt. Mit der sorgfältigen Wahl unserer Materialien möchten wir Lichtphänomene erzeugen,die sich gegen die Ablenkungen der städtischen Umgebung behaupten können. Dies zu erreichen bedeutet die Grenzen, die das Anwenden des Lichtdesigns, des Tageslichts, der Architektur und der Kunst von einander trennen, zu überschreiten. Der anfängliche Ansatz für das Architekturdesign bedarf eines Verständnisses der Architektonik volumetrischen Lichts. Unser Ansatz begründet sich in unserem Verständnis der außergewöhnlichen Eigenschaften von Glas. Es ist nicht das Licht, das der Architektur dient, sondern die Architektur, die dem Licht dient. Die Architektonik des Lichts sieht die Materialqualitäten von Glas als die mit den umfangreichsten Möglichkeiten volumetrische Qualität von Licht zu erzeugen. Licht tritt gleichzeitig auf mehreren Oberflächen auf und impliziert somit eine gewisse Tiefe auf diese Lichtfläche. Dies ist ein Grundkonzept, das Oberflächen lichtempfindlich macht und den Betrachter die Spezifität eines Ortes anders sehen lässt. […]

Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 72

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