05. Mrz 2010

Die Schnecke von Baltimore
Gateway Building, Maryland Institute College of Art, Baltimore/USA

Text: David Müller
Photos: Paul Burk, Robert Creamer

„Das Genie des Künstlers manifestiert sich in der Wahl des Lehms.“ Dieses Zitat von Edgar Allen Poe hat auch für den modernen Lichtplaner essentielle Bedeutung. Gerade in Zeiten, in denen Energieeinsparung und Nachhaltigkeit oft im Kontrast zur Raumqualität für den Nutzer steht, will die Wahl der Leuchtmittel gut überlegt sein. Wer einmal Poes langjährigen Wohnort Baltimore/USA besucht und sein Haus im Zentrum der Stadt findet, kann eine ganz besondere Begegnung machen: Eine riesige, gläserne Schnecke baut sich am Rande einer Schnellstraße auf und beobachtet Passanten. Verschiedene Farben spiegeln sich auf ihrer Oberfläche wieder. Bei Dunkelheit strahlen verschiedene Lichter unregelmäßig aus ihrem Körper.

Bei diesem Ungetüm handelt es sich um das GatewayBuilding – einem Studentenwohnheim des Maryland Institute College of Art. Das Architektenbüro RTKL hat für die Studenten eine besonders lebendige, kommunikative und offene Struktur geschaffen. Lichtdesigner Glenn Shrum verlieh dem Gebäude ein simples doch ebenso lebendiges Lichtdesign. Seit mittlerweile 184 Jahren gehört das Maryland Institute College of Art, MICA, in Baltimore/USA zu den angesehensten Kunstakademien der Vereinigten Staaten. Insgesamt 1932 Studenten aus 53 Ländern belegen hier Kurse wie Fotographie, Kunstgeschichte oder Video- und Filmkunst. Der Campus der Akademie befindet sich im Norden des Zentrums von Baltimore; einer sich sozial neuentwickelnden Gegend. Um für die Studenten qualitativ hochwertige Unterkünfte zu schaffen, begannen im Jahre 2006 die Bauarbeiten des Gateways – ein 32 Millionen US-Dollar teures Bauvorhaben, das auf mehr als 8000 Quadratmetern Platz für Studentenwohnungen, Kunststudios, ein Theater und ein Beratungszentrum schafft. Die Struktur befindet sich an einer belebten Straße, der West Mount Royal Avenue, bildet den nördlichsten Punkt des Campus und ist daher ein repräsentatives Element für die Akademie. „Dieses Gebäude ist ein Ankerpunkt für unseren Campus“, sagt Fred Lazarus, Präsident des MICA. Für die Entwicklung der Architektur wurde das Büro RTKL beauftragt, das eine interne Ausschreibung initiierte – aus den weltweit neun Büros durften nur Mitarbeiter unter 30 Jahren teilnehmen und Konzepte vorstellen. Gewinner wurden schließlich Grant Armstrong und Christy Wright von RTKL London. Ihre Architektur ist eine zehnstöckige Struktur mit einem dominanten Studioturm an der nördlichen Seite, der sich kreisförmig, schneckenartig schließt und so einen 600 Quadratmeter großen Innenhof bildet. Mittlerweile wohnen 217 Studenten in der neuen Anlage. […]
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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 70.<

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