Kolumne: Fettnäpfchen… someone’s put their foot in it

05. Jan 2012

Fettnäpfchen
Oh je, da ist wirklich jemand voll ins Fettnäpfchen getreten…

Text: Joachim Ritter
Photo: Ian Nolen

Das jährlich stattfindende Brit-Insurance Design Awards-Programm, veranstaltet vom Designmuseum London, wird als „die Oscar-Verleihung der Designwelt“ angepriesen. Der Wettbewerb präsentiert „die innovativsten und zukunftsorientiertesten“ Designs aus aller Welt, gegliedert in sieben Kategorien: Architektur, Mode, Möbel, Grafik, interaktive Konzepte, Produktdesign und Transport. Der Gesamtgewinner 2011 war – man höre und staune – die Plumen 001, die erste Designer-Energiesparlampe der Welt, die sich sogar gegen „Produkte wie das iPad von Apple oder den Ventilator von Dyson mit der patentierten Air Multiplier™ Technologie durchsetzen konnte”. Die ungewöhnliche Lampe ist das Geistesprodukt des britischen Produktdesigners Samuel Wilkinson in Zusammenarbeit mit der Londoner Designer-Marke Hulger.
Die Zeitschrift Inside hat nun diese Story für sich entdeckt und ein Interview mit dem Designer gemacht. Von den zahlreichen Fragen an den Produktdesigner sollen hier nur vier herausgegriffen werden.

Inside: Woher stammt die Idee für die Plumen 001? Was hat Sie dazu inspiriert?

Wilkinson: Die standardmäßige Glühlampe besitzt eine einfache Schönheit, wohingegen die gewöhnliche Kompaktleuchtstofflampe aussieht, als ob sie von einem Lichttechniker entworfen wurde – ohne ‘Seele’ sozusagen. Als ich den ursprünglichen Entwurf (Hulger concept 2007) sah, sagte er mir sofort zu. An einem Projekt zu arbeiten, das einem die Chance gibt, wahrhafte Änderungen zu erzielen, ist immer interessant. Ich entwerfe gern schöne Objekte, aber dem Gedanken, diesen Ansatz mit der Entwicklung eines innovativen, unweltbewussten Produktes zu kombinieren, konnte ich nicht widerstehen.

Inside: Ihr Design wurde vor kurzem als ‚Brit Insurance Design of the Year Award 2011’ prämiert und schlug dabei mehr als 90 weitere Designs, die in die engere Wahl gekommen waren. Wie fühlten Sie sich, als Sie erfuhren, dass Sie den Preis gewonnen haben?

Wilkinson: Fantastisch! Wir fühlten uns sehr geehrt, dass wir überhaupt nominiert wurden. Dass wir als Gewinner in der Produktkategorie ausgingen, hat uns total umgehauen. Zu den Konkurrenten zählten große Namen wie iPad. Und dann haben wir die Auszeichnung ‚Design of the Year‘ erhalten, was natürlich etwas sehr Besonderes ist.

Inside: Für wie beliebt hat sich die Plumen 001 bis jetzt hinsichtlich erhöhter Verkaufszahlen erwiesen? Meinen Sie, Ihre Lampe könnte sich auf dem Markt richtig etablieren?

Wilkinson: Die Verkaufszahlen sind angeblich in die Höhe geschossen und jetzt, wo sie auch in den Vereinigten Staaten erhältlich sein wird, kann ich mir schon vorstellen, dass sie das Potential hat, sich durchzusetzen. Sie kann sich definitiv etablieren, wenn sie überall vom Einzelhandel angeboten wird. Der Preis wird aber immer etwas höher sein als der für das Standardmodell. Das könnte natürlich eine Wirkung auf die Verkäuferakzeptanz haben.

Inside: Wie meinen Sie, haben Sie zur Zukunft des Lichtdesigns beigetragen?

Wilkinson: Ich denke, dass diese Lampe die Debatte zum Thema Öko-Beleuchtung im Allgemeinen neu entfacht hat. Einige dachten, dass die Kompaktleuchtstofflampe ihre Grenze erreicht hatte, aber wir haben versucht zu zeigen, dass mehr Potential in ihnen steckt. Hoffentlich konnten wir dadurch die Wahrnehmung dieser Produkte in der Öffentlichkeit ändern, so dass mehr Leute sie bereitwillig annehmen.”

Kommentar:
Oh je, hier ist jemand völlig der Ahnungslosigkeit verfallen. Ich hoffe, dass jemand rasch ein wenig Aufklärung über die CFL und seine Risiken betreibt. Eigentlich sind die Formen, die Samuel Wilkinson geschaffen hat, interessant und kreativ. Das Dumme ist nur, dass der Inhalt der Lampe ein Problem darstellt, egal in welcher formalen Gestalt. Das ist wohl so, als würde der Wolf sich im Schafspelz verstecken oder als harmlose Großmutter verkleiden. Doch viel schlimmer noch, als nicht aufgeklärt zu sein, ist die Tatsache, dass diesem Produkt durch den Award mehr Akzeptanz eingeräumt wird als dem iPad!! Selbst wenn der nordamerikanische Markt begeistert ist von dem Design und möglicherweise ein großer Absatzmarkt für Plumen 001 entsteht, weil viele ebenso ahnungslos sind wie eben der Designer und die Jury des Brit Insurance Design Awards, ist es empfehlenswert, diese Reaktionen nicht überzubewerten und Apple mehr Vertrauen zu schenken. Immerhin ist Apple laut Forbes aktuell das wertvollste Unternehmen weltweit. Dieser Erfolg basiert auf einer Philosophie und eben nicht auf schnellem Design für ein unlöbliches Produkt.
Egal wie eine TC-L formal aussieht, das Licht beliebt immer Leuchtstofflichts, Quecksilber bleibt immer Quecksilber, Elektronische Komponenten bleiben immer elektronische Komponenten und Phenole bleiben Phenole. Nur die Form hat sich geändert und die kann man am besten sehen, wenn das Licht ausgeschaltet bleibt. Für diese formale Leistung zumindest gebührt dem Designer von der Redaktion ein herzlicher Glückwunsch.

Doch der Rest ist das Schweigen der Lämmer…

Oh dear …
… someone’s put their foot in it

Text: Joachim Ritter
Photo: Ian Nolen

The annual Brit Insurance Design Awards hosted by London’s Design Museum is promoted as being „the Oscars of the design world“. The competition showcases “the most innovative and forward-thinking” designs from around the world, spanning seven categories from architecture, fashion and furniture, to graphics, interactive, product and transport. The overall winner for 2011 was the Plumen 001, the world’s first energy-saving designer light bulb, which “beat the likes of Apple’s iPad and Dyson’s air multiplier fan to the top spot”. This unusual bulb was the creation of British Industrial designer Samuel Wilkinson in collaboration with London design brand Hulger.
The “Inside” magazine got hold of this story and ran an interview with the designer. The product designer was asked many questions. Here are just four of them with his answers…

Inside: Where did the initial idea for the Plumen 001 come from? Where did you get your inspiration?

Wilkinson: The standard incandescent bulb has a simple beauty but the standard CFL appears as if designed by an engineer, losing all the ’soul‘ of the original. When I saw the original idea (Hulger concept 2007) it was definitely something that really resonated with me. Working on a project that has the chance to really be a game changer is always interesting. I enjoy designing beautiful objects but coupling this with an innovative, environmentally sound product is too much to resist.

Inside: Your design recently won the Brit Insurance Design of the Year Award 2011 beating over 90 shortlisted designs. How did that make you feel?

Wilkinson: It was absolutely fantastic. We were very honoured to be nominated. Winning the product category was a total surprise since we were up against big name products like the iPad. To then go on and win ‚Design of the Year‘ was very special.

Inside: How popular has the Plumen 001 been so far in terms of sales? Do you think it is capable of going mainstream?

Wilkinson: Sales have been amazing and now as it hits America I believe there is even greater interest. I think it has the potential to be more mainstream as high-street stores become interested. But as the price will always be higher than the standard model this will be limited

Inside: In what way do you feel that you have contributed to the future of lighting design?

Wilkinson: I think this bulb has just reignited the debate about ecolighting in general. Whereas some people already thought CFLs were at their limit we have tried to show that they still have more potential. Hopefully this can change the perception towards these products so that more people embrace them.

Comment
Oh dear … here we have a case of complete and utter ignorance. I can only hope that someone will give him a nudge very quickly and reveal the truth about CFL and its inherent risks. The shapes Samuel Wilkinson has created are without doubt interesting and creative. The stupid thing is that the contents of the lamp are a problem, and the shape of it cannot do anything to change that. It’s a bit like draping a sheepskin over a wolf and pretending it’s a grandmother – or what was that story again…? Worse than not being properly informed is the fact that having had an award bestowed upon it, this product has gained even more acceptance than the iPad!! Even if the North American market has been taken by storm by the design, and Plumen 001 sales are likely to soar because consumers are just as ignorant as the designer and the Brit Insurance Design Awards jury, we would recommend not overestimating these reactions and having more faith in Apple. According to Forbes, Apple is still rated high on their list of the “World’s Most Valuable Companies”. This success is based on a philosophy and not on a speedy design for a non-laudable product.
Whatever form a TC-L takes, the light it emits remains fluorescent light, the mercury content remains mercury, electronic components remain electronic components, and phenol remains phenol. Only the form of the light source has changed and that can be best seen when they are switched off. That said the PLD editorial department would nevertheless like to congratulate the designer on coming up with an interesting formal design.

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