Projektbeteiligte:


Vertreter des Bauherren: Stefan Boehme
Architekten (original): Daniel Burnham und John Wellborn Root
Lichtdesign: Office for Visual Interaction (OVI)
Bautechnik: Klein and Hoffman
Elektrotechnik: Environmental Systems Design
Leuchtenhersteller: Zumtobel

05. Jul 2013

Feinsinnig
The Rookery in Chicago erhält seine allererste Fassadenbeleuchtung

Text: Joachim Ritter
Photos: The Rookery LP, The John Buck Company, OVI

Die Beleuchtung historischer Fassaden hat in den vergangenen Jahren kaum eine grundlegende Weiterentwicklung erfahren. Letztendlich bleiben es noch immer die architektonischen Details, die es zu definieren gilt. Je filigraner die Fassade, desto schwieriger die Beleuchtung mit konventionellen Leuchten und Lampen, die einfach zu klobig waren und zum Teil als Fremdkörper an der Fassade wirkten. Größe jedoch kann mit der LED kein Argument sein und auch die Präzision ist nun kein Thema mehr, wie das preisgekrönte Beispiel The Rookery in Chicago beweist.

Fertig gestellt im Jahre 1888 gilt The Rookery als einer der frühesten Vorläufer des modernen Wolkenkratzers. Das architektonische Juwel ist ein Meilenstein in der Architekturgeschichte Nordamerikas. Entworfen wurde das zwölfstöckige Hochhaus von den Architekten Burnham & Root. Die Wände und Decken wurden auf eine Stahlskelettkonstruktion getragen – zur Zeit der Errichtung eine absolute Innovation – und ermöglichte so die damals beispiellose Höhe des Gebäudes. The Rookery steht seit 1970 unter Denkmalschutz und ist seit 1972 ein offizielles Wahrzeichen von Chicago.

Die unverkennbaren roten Backsteinfassaden blieben über ein Jahrhundert unbeleuchtet, sodass das Gebäude nachts optisch nicht wahrnehmbar war. Jetzt werden die aufwendigen Verzierungen an der alten Fassade sanft belebt. Es wird gerade genügend Helligkeit, Schatten und Kontrast geboten, um dem Gebäude eine adäquate Präsenz zu verleihen, ohne es mit Licht zu überwältigen.

Obwohl das Gebäude optisch symmetrisch wirkt, ist jedes Fenster von den Maßen her unterschiedlich. Bei mehr als 100 uneinheitlichen Fenstersimsen war es unmöglich, eine Standardleuchte zu verwenden.

Ein Schlüssel zum Erfolg des Projekts war, die gewünschte Ausleuchtung zu erzielen, ohne gegen die Vorschriften für historische denkmalgeschützte Gebäude zu stoßen. Der Ausschuss in Chicago, der für Wahrzeichen verantwortlich ist, verlangte, dass die für die Beleuchtung benötigte technische Einrichtungen sorgfältig montiert werden mussten, damit sie für Fußgänger sowie für die Sichtlinien entlang der Straße unsichtbar bleiben.

Ein weiteres kritisches Thema für den Denkmalschutz-Ausschuss war, jeden Schaden der Backsteinfassade zu verhindern und die Sonderleuchten anzubringen, ohne Löcher in die historische Bausubstanz bohren zu müssen. Zudem sind die abgestuften Profile der jeweiligen Fenstersimse auch alle unterschiedlich und die Rippen im Mauerwerk stehen in keinem spezifischen Rhythmus. Jede Leuchte musste im Einklang mit den Rippen positioniert und dann entsprechend fokussiert werden, um die gewünschte symmetrische Ausleuchtung zu erreichen. […]

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Die komplette Version dieses Artikels erhalten Sie in der Ausgabe PLD Nr. 88.

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