06. Okt 2017

„Scent Constellation“ im Museum Le Grand Musée du Parfum in Paris/FR visualisiert den Prozess der Parfümherstellung.

Text: Jo-Eike Vormittag
Photos: James Medcraft


Es heißt, „die Seele aller Wesen ist ihr Duft. Jedes Parfüm trägt drei Akkorde in sich und besteht aus insgesamt zwölf Noten…“. So leitet der Weltroman „Das Parfum“ von Patrick Süskind in die Welt der Düfte ein. Und das Zitat könnte kaum besser passen. Nicht nur um zu zeigen, wie sehr Klang und Duft zusammengehören, sondern besonders auch für diese Installation im Pariser Museum Le Grand Musée du Parfum.

„Scent Constellation“ ist ein Kunstwerk aus Licht und Ton. Sehen, hören, gewissermaßen fühlen und riechen – es spricht nahezu alle unsere Sinne an. Das, was sich der Parfümeur bei der Herstellung eines Dufts überlegt, wird durch das einfühlsame Werk in ein Netz aus scharfen Lichtlinien extrahiert. Fünf Parfümtypologien – Eau de Cologne, Fougère, Floral und Chypre – werden dabei nacheinander in ihre Bestandteile aus „Noten“ und „Akkorden“ zerlegt und präsentiert.

Insgesamt 135 geschliffene Glasprismen demonstrieren den betörenden, atomisierten Duftnebel, wenn die LED-Lichtstrahlen in individuellen Kompositionen von oben auf das Glas treffen, gebrochen werden, um sich im Zentrum der Installation, in einer sandgestrahlten Glasflasche zum Parfüm zu bündeln. Dort setzen sich alle „Noten“ und „Akkorde“ wieder zum finalen Duft zusammen, begleitet von geheimnisvollen Soundsequenzen. Die Prismen sitzen wie eine Orgel übereinander; sie sind nach ihrer olfaktorischen Familie angelegt – von den besonderen Noten an der Spitze zu den Basisnoten am Sockel.

Jedes hochwertige Parfüm besticht durch eine präzise Rezeptur; die Düfte werden erst so richtig durch die feine Zerstäubung entfaltet. „Scent Constellation“ versucht auf besondere und feinfühlige Art, die molekulare Zusammensetzung eines Dufts darzustellen. Gleichzeitig zeigt es die Zerstäubung in den betörenden Duftnebel. Das feine Lichtnetzwerk, passende Klänge und die gedämpfte aber zarte Gesamtatmosphäre sind dafür richtig erschaffen worden.


Auftraggeber: Le Grand Musée du Parfum, Paris

Lichtgestaltung: Jason Bruges Studio

Soundgestaltung: Daniel Sonabend


Video:


www.jasonbruges.com


 

My opinion:

Leave a comment / Kommentieren

Leave the first comment / Erster Kommentar

avatar
wpDiscuz

©2017 published by VIA-Verlag | Marienfelder Strasse 18 | 33330 Guetersloh | Germany

Page generated in 0,153 seconds. Stats plugin by www.blog.ca